Ehemalige Synagoge Kippenheim - Poststraße 17 - 77971 Kippenheim
Bei einem Gang mit Bärbel Heer über den jüdischen Friedhof bei Schmieheim mit seinen über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen. Die ehrwürdige Grabstätte wurde 1682 von der Ettenheimer Judenschaft gegründet, als sich über 400 Jahre nach den Vertreibungen des Mittelalters wieder jüdische Familien in der Region niederlassen durften. Die zu verschiedenen Zeiten angelegten Teile des Friedhofes mit ihren unterschiedlichen Grabgestaltungen spiegeln eindrücklich die jeweilige gesellschaftliche Stellung der Juden wider.
Bei der Führung wird auf die auf vielfältigen Symbole und Inschriften auf den Grabsteinen eingegangen. Bei einigen Verstorbenen ist auch ihr Schicksal zur Zeit des Nationalsozialismus bekannt und ist ebenfalls Teil der Führung mit Bärbel Heer vom Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim. Der Treffpunkt ist am Parkplatz an der Friedhofsmauer. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird empfohlen. Die Führung dauert ca. 1,5 Stunden und ist kostenfrei.
Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet am Sonntag, 8. November, um 19 Uhr ein Konzert des Offenburger Ensembles unter der Leitung von Gerhard Möhringer-Gross. Auf dem Programm stehen Werke jüdischer Komponisten. Eine besondere Verbindung zu Kippenheim besteht durch die Komponisten Albert Weill, Vater des berühmten Komponisten Kurt Weill, und Pia Gilbert, geborene Wertheimer, die beide aus Kippenheim stammten.
Das moderierte Konzertprogramm des Dresdener Ensebmle Sospiratem erzählt die außergewöhnliche Reise der Familie Henriques, später Hinrichsen, von der Vertreibung aus Spanien über Portugal, Dänemark und Hamburg bis nach Leipzig.
Die Geschichte wird durch Musik vom 13. bis zum 20. Jahrhundert lebendig, die die jeweiligen Stationen und kulturellen Einflüsse widerspiegelt. Die Stationen zeigen die ransformation der Familie vom sefardischen zum aschkenasischen und schließlich assimilierten Judentum. Jiddische Lieder stehen neben deutschen Volksliedern und spiegeln den kulturellen Integrationsprozess wider. Henri Hinrichsen, der das vom Kaiser Wilhelm II. initiierte Volksliederbuch für Männerchor“ herausgab, erhielt dafür später den Kronenorden – ein symbolträchtiger Akt deutsch-jüdischer Kulturgeschichte, der die Familie Hinrichsen allerdings nicht vor den bevorstehenden Entwicklungen bewahren konnte.
Das Ensemble spielt in der Besetzung Harfe, Perkussion, Violineninstrumente und Gesang, was es erlaubt, flexibel auf die verschiedenen Epochen zu reagieren.
1933: Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten verändert sich alles. Ernest Feist wird als jüdischer Unternehmer Schritt für Schritt entrechtet. Er verliert seine Manufakturen, seine Heimat und schließlich jede Sicherheit. Gemeinsam mit seiner Familie und seinem treuen Fahrer Emil beginnt für ihn ein verzweifelter Kampf um die Flucht aus Europa.
Philipp F. Reemtsma hingegen sucht, um seinen Konzern und tausende Arbeitsplätze zu schützen, die Nähe zu den Mächtigen des Regimes. Er verstrickt sich dabei immer tiefer in ein System aus Anpassung, Abhängigkeit und moralischen Kompromissen. Wie weit darf ein Mensch gehen, um zu bewahren, was ihm anvertraut ist und er erschaffen hat?
Ein packender Roman über Verfolgung und Flucht, Verantwortung, Schuld und über eine außergewöhnliche Freundschaft, die selbst in den dunkelsten Jahren deutscher Geschichte nicht zerbricht. Bewegend, vielschichtig und inspiriert von den wahren Lebensgeschichten zweier bedeutender Unternehmer.
„Asche überm Land" ist die Fortsetzung von „Rauch überm Land", erzählt jedoch eine in sich geschlossene Geschichte und kann eigenständig gelesen werden.