Ehemalige Synagoge Kippenheim - Poststraße 17 - 77971 Kippenheim
Immer noch sind die Auswirkungen des Kolonialismus in Afrika in vielfältiger Weise erfahrbar. Eine besondere Sichtweise auf dieses Thema liefert die Ausstellung … immer noch …“ der Kehler Künstlerin Angelika Nain. Die Ausstellung thematisiert vorkoloniale und koloniale Geschichte sowie Aspekte von postkolonialem Rassismus und seinen Auswirkungen bis heute. Ihre Werke machen deutlich, dass Flucht, Umweltzerstörungen, Verletzung von Menschenrechten, Armut und Korruption immer noch den afrikanischen Kontinent prägen.
Die Ausstellung ist an den Sonntagen zwischen 14.00 und 17.00 Uhr zu sehen.
Im Hohberger Ortsteil Diersburg bestand von 1738 bis 1940 über zwei Jahrhunderte hinweg eine lebendige jüdische Gemeinde. Ihre Geschichte endete mit der Verschleppung ihrer Mitglieder am 22. Oktober 1940 in das südwestfranzösische Internierungslager Gurs.
Anlässlich des Europäischen Tages der jüdischen Kultur lädt der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim am 6. September um 14 Uhr zu einer Führung durch Diersburg ein. Unter dem Titel „Die Diersburger jüdische Gemeinde 1738–1940 – eine Spurensuche“ führt Bernd Rottenecker, Vorstandsmitglied des Fördervereins, zu den historischen Stätten jüdischen Lebens in Diersburg.
Ein Schwerpunkt des Rundgangs ist die sogenannte „Judenstadt“, das einstige Zentrum des jüdischen Lebens im ehemals reichsritterschaftlichen Dorf Diersburg. Hier befanden sich unter anderem die Synagoge und die jüdische Schule. Obwohl ein Großbrand vor vier Jahren sechs ehemalige Wohnhäuser in der „Judenstadt“ zerstörte, sind in Diersburg noch zahlreiche Spuren jüdischen Lebens erhalten. Dazu zählt insbesondere der jüdische Friedhof mit seinen rund 250 Grabstätten, an der Bachstraße erinnert ein Gedenkstein an die ehemalige Mikwe, dem Ritualbad der jüdischen Gemeinde.
Treffpunkt ist der Hofeingang des Anwesens der Familie Roeder von Diersburg, Philippshof, an der Kreisstraße 20. Männer werden gebeten, eine Kopfbedeckung mitzubringen. Teilnahme ist frei, Spenden werden erbeten.
Aufgrund ihres Erhaltungsgrades besitzt die Kippenheimer Synagoge einen besonderen architektur- und kulturgeschichtlichen Wert. In ihr spiegelt sich das wechselvolle Schicksal der Juden, von ihrer Emanzipation im 19. Jahrhundert, bis zu ihrer Vertreibung und Ermordung durch die nationalsozialistischen Machthaber. Die ehemalige Synagoge ist auch ein Spiegel des Umgangs mit der Verfolgungsgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg.
Bärbel Heer, Beirätin des Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim, bietet diese kostenfreien Führungen anläßlich des "Tag des Offenen Denkmals" an.
Zum Abschluß der aktuellen Ausstellung mit Werken der Künstlerin Angelika Nain zeigt der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim den Dokumentarfilm „Die Treibende Kraft“. Es ist ein Film über Leben und Werk der Künstlerin Angelika Nain.
Mit seinem Dokumentarfilm „Die Treibende Kraft“ widmet sich der Regisseur Klaus Peter Karger einer weitgehend unbekannten Künstlerin, die es aber gleichwohl zu entdecken lohnt. Es verbinden sich bei ihr künstlerisches Schaffen und politisches Engagement. Sie hat sich mit jüdischer Geschichte und der Verfolgung im Nationalsozialimus beschäftigt und gemeinsam mit Jugendlichen einen Gedenkstein am Mahnmal in Neckarzimmern gestaltet. Seit vielen Jahren kümmert sie sich um Geflüchtete, hat sich mit Kolonialismus und Postkolonialismus auseinandergesetzt und war mit ihrem Lebenspartner Teil der Crew auf einem Seenot-Rettungsschiff zwischen Libyen und Italien. All diese Erfahrungen, aber auch die Reflexion über das Werden und Vergehen im eigenen Garten, prägen ihre Werke.
Angelika Nain, steht, was ihre prekäre Erwerbssituation angeht, exemplarisch für die große Mehrheit der schätzungsweise 50.000 Bildenden Künstler*innen in Deutschland. Vor 30 Jahren hat sie beschlossen, vom Kunstschaffen leben zu wollen. Doch finanziell auskömmlich war das nie, ohne Nebenjobs kein Künstlerleben. Kann man trotzdem ein mit seinem Leben zufriedener Mensch sein? Teilnahm ist frei.
Bei einem Gang mit Bärbel Heer über den jüdischen Friedhof bei Schmieheim mit seinen über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen. Die ehrwürdige Grabstätte wurde 1682 von der Ettenheimer Judenschaft gegründet, als sich über 400 Jahre nach den Vertreibungen des Mittelalters wieder jüdische Familien in der Region niederlassen durften. Die zu verschiedenen Zeiten angelegten Teile des Friedhofes mit ihren unterschiedlichen Grabgestaltungen spiegeln eindrücklich die jeweilige gesellschaftliche Stellung der Juden wider.
Bei der Führung wird auf die auf vielfältigen Symbole und Inschriften auf den Grabsteinen eingegangen. Bei einigen Verstorbenen ist auch ihr Schicksal zur Zeit des Nationalsozialismus bekannt und ist ebenfalls Teil der Führung mit Bärbel Heer vom Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim. Der Treffpunkt ist am Parkplatz an der Friedhofsmauer. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird empfohlen. Die Führung dauert ca. 1,5 Stunden und ist kostenfrei.
Dieses moderierte Konzertprogramm des Dresdener Ensebmle Sospiratem erzählt die außergewöhnliche Reise der Familie Henriques, später Hinrichsen, von der Vertreibung aus Spanien über Portugal, Dänemark und Hamburg bis nach Leipzig.
Die Geschichte wird durch Musik vom 13. bis zum 20. Jahrhundert lebendig, die die jeweiligen Stationen und kulturellen Einflüsse widerspiegelt. Die Stationen zeigen die ransformation der Familie vom sefardischen zum aschkenasischen und schließlich assimilierten Judentum. Jiddische Lieder stehen neben deutschen Volksliedern und spiegeln den kulturellen Integrationsprozess wider. Henri Hinrichsen, der das vom Kaiser Wilhelm II. initiierte Volksliederbuch für Männerchor“ herausgab, erhielt dafür später den Kronenorden – ein symbolträchtiger Akt deutsch-jüdischer Kulturgeschichte, der die Familie Hinrichsen allerdings nicht vor den bevorstehenden Entwicklungen bewahren konnte.
Das Ensemble spielt in der Besetzung Harfe, Perkussion, Violineninstrumente und Gesang, was es erlaubt, flexibel auf die verschiedenen Epochen zu reagieren.