Veranstaltungsprogramm 2026

Ehemalige Synagoge Kippenheim - Poststraße 17 - 77971 Kippenheim

Sonntag, 25. Januar 2026, 15 Uhr : Führung über den jüdischen Friedhof Schmieheim

Bei einem Gang über den jüdischen Friedhof bei Schmieheim mit seinen über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen. Die ehrwürdige Grabstätte wurde 1682 von der Ettenheimer Judenschaft gegründet, als sich über 400 Jahre nach den Vertreibungen des Mittelalters wieder jüdische Familien in der Region niederlassen durften. Die zu verschiedenen Zeiten angelegten Teile des Friedhofes mit ihren unterschiedlichen Grabgestaltungen spiegeln eindrücklich die jeweilige gesellschaftliche Stellung der Juden wider.

Bei der Führung wird auf die auf vielfältigen Symbole und Inschriften auf den Grabsteinen eingegangen. Bei einigen Verstorbenen ist auch ihr Schicksal zur Zeit des Nationalsozialismus bekannt und ist ebenfalls Teil der Führung. Der Treffpunkt ist am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird empfohlen. Die Führung wird in Kooperation mit der Volkshochschule Kippenheim angeboten, sie dauert ca. 1,5 Stunden.

 

 

Donnerstag, 29. Jan. 2026, 19 Uhr : Vernissage  "... von der Bevölkerung kaum wahrgenommen" im Droste-Hühlshof-Gymnasium Freiburg

Die Ausstellung  präsentiert Fotografien zur Deportation der badischen Jüdinnen und Juden in das Lager Gurs am 22. Oktober 1940

 

ORT: Droste-Hülshoff-Gymnasium Freiburg, C-Trakt, Brucknerstr. 2 

 

Gestaltet wird der Abend von Schülerinnen und Schüler der beiden Kursstufen, die in Kleingruppen durch die Ausstellung führen und die Fotografien erläutern.

Anmeldung zur Ausstellungseröffnung werden bis Montag, 26. Januar 2026 unter sekretariat@dhg-freiburg.de angenommen.

Dauer der Ausstellung: 29. Januar bis 27. Februar 2026.

 

Erstmals vereint diese Ausstellung alle bis heute überlieferten 45 Fotografien und einen Film. Sie stammen aus acht Orten in Baden. Dort knipsten am helllichten Tag professionelle Fotografinnen und Fotografen diesen Augenblick der Verachtung von Mensch und Recht.

Mitarbeitende staatlicher Dienststellen und ihre Helfer verhafteten am 22. Oktober 1940 in 138 badischen Gemeinden mehr als 5.600 ihrer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Sie beraubten und enteigneten sie, brachten sie zu Sammelpunkten und zwangen sie, in einen Zug zu steigen. Die insgesamt sieben Züge fuhren über Freiburg und von dort über die Rheinbrücke bei Breisach. Ihr Ziel lag an der Demarkationslinie zwischen dem besetzten Frankreich und der "unbesetzten Zone". Nach einer mehrtägigen strapaziösen Reise erreichten die erschöpften Menschen das Internierungslager Gurs am Nordrand der Pyrenäen. Viele von ihnen starben dort oder in anderen Lagern in Südfrankreich, die meisten von ihnen verschleppten die Nationalsozialisten ab Sommer 1942 nach Auschwitz-Birkenau und Sobibor und ermordeten sie dort. Nur wenige der 1940 deportierten jüdischen Kinder, Frauen und Männer aus Baden überlebten diesen Willen zum Massenmord.

Die Ausstellung ist an Schultagen zwischen 13:00 und 16:00 Uhr geöffnet, nach vorheriger Anmeldung auch " Der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim e. V. ist offizieller Bildungspartner des Droste-Hülshoff-Gymnasiums 

 

 

 

Freitag, 6. Februar 2026, 11:30-13:00 Uhr: Zeitzeugenvortrag mit Inge Auerbacher am Max-Planck-Gymnasium Lahr

Im Rahmen der Bildungspartnerschaft zwischen dem Max-Planck-Gymnasium Lahr und der Ehemaligen Synagoge Kippenheim findet am Freitag, den 6. Februar 2026, von 11:30  – 13:00 Uhr in der Aula des Max-Planck-Gymnasiums Lahr ein Zeitzeugenvortrag von Inge Auerbacher statt.

Inge Auerbacher, 1934 in Kippenheim geboren, berichtet eindrücklich von ihrer Kindheit, der Verfolgung ihrer Familie, der Deportation als Kind in das Konzentrationslager Theresienstadt sowie dem Überleben des Holocaust. Mit ihrem Zeugnis trägt sie seit vielen Jahren dazu bei, die Erinnerung an die Verfolgung, den Terror und das Schicksal der jüdischen Gemeinde in unserer Region wachzuhalten.

Unermüdlich reist die Kippenheimer Ehrenbürgerin auch heute noch innerhalb der USA, in ihrer alten Heimat Süddeutschland aber auch in Tschechien oder Polen, um vor Schulklassen über das Schicksal ihrer Familie in der Zeit der Verfolgung und des Terrors unter dem NS-Regime zu berichten. Dabei blickt sie nicht nur zurück, sondern erzählt auch von ihrer Vision von einer Welt ohne Hass, Gewalt und Intoleranz. Im Anschluss an den Zeitzeugenvortrag besteht die Möglichkeit, Fragen an Inge Auerbacher zu stellen.

Bitte melden Sie sich für Ihre Teilnahme am Zeitzeugenvortrag über folgende E-Mail Adresse mit Ihrem Namen und Adresse an: ehemaligesynagogekippenheim@web.de

 

 

 

Donnerstag, 16. April, 19.00 Uhr : Stiefmütterchen statt Vergissmeinnicht - was mit vielen Synagogen geschah, am Beispiel Müllheim im Markgräflerland

 

In Müllheim ließ man 1968, dreißig Jahre nach der Verwüstung in der Reichspogromnacht 1938, das jüdische Synagogengebäude abreißen. An der Stelle baute man einen Parkplatz und errichtete als Erinnerung einen Gedenkstein. So wie in Müllheim geschah das mit vielen Synagogen in Deutschland.

Der 2025 gedrehte Dokumentarfilm thematisiert behutsam die Auseinandersetzung mit jüdischem Erbe anhand von Müllheim. Dies macht den Film zu einem wertvollen Beitrag zur Stadtgeschichte, welcher die Erinnerung an die jüdische Gemeinde wieder lebendig werden lässt. Zeigt aber auch, wieviel persönliches Engagement es braucht, die Erinnerung zu bewahren.

Die Filmemacherin Kerstin Pommerenke wird bei der Filmvorführung anwesend sein.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten.

 

 

 

 

Dienstag 27. Mai 2026, 19 Uhr: Lesung "Rauch über Land" 

Der Lahrer Autor Michael Paul stellt seinen neuen Roman zur  Geschichte der Lahrer Tabakfabrik Roth-Händle 1918-1933 vor

 

Straßburg 1918: Der Krieg ist zu Ende – doch für Ernest Feist beginnt ein neuer Kampf um seine Familie und die Zukunft seiner Tabakmanufaktur. In Erfurt ringt Philipp F. Reemtsma, schwer verletzt, ums Überleben und um sein Erbe. Zwischen den beiden Männern, die aus völlig unterschiedlichen Welten stammen, entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft – jüdischer Unternehmer und zukünftiger Reichswirtschaftsführer. Während politische Umbrüche, Inflation und Nationalsozialismus das Land erschüttern, stehen beide vor Entscheidungen, die ihr Leben für immer verändern werden.

 

 

 

 

 

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