Veranstaltungsprogramm 2026

Ehemalige Synagoge Kippenheim - Poststraße 17 - 77971 Kippenheim

Dienstag, 3. März, 19.00 Uhr  Vortrag von Diana Kail: „NS-Justiz in Baden. Sondergerichte als Werkzeuge der politischen Verfolgung und Repression“

 

Ein kritisches Wort über ein Regierungsmitglied, ein Lebenswandel, der nicht den Erwartungen gesellschaftlicher Mehrheiten oder der Machthaber entspricht, ein politischer Witz, unbedacht in Gegenwart Fremder erzählt: Zur Zeit der NS-Diktatur konnte solches Verhalten zu einem Strafverfahren vor einem Sondergericht führen, einer ab 1933 mit zunehmenden Befugnissen ausgestatteten Institution, die unter Aushöhlung rechtsstaatlicher Grundsätze zur Durchsetzung und Festigung der Herrschaft der NSDAP maßgeblich beitrug.

 

Die Historikerin Diana Kail ist wissenschaftliche Mitarbeiterin bei dem Projekt "Denunziation – Repression – Verfolgung. Politischer Dissens und Alltagskriminalität vor den NS-Sondergerichten 1933-1945" der Schülerakademie und des Generallandesarchivs Karlsruhe . 

 

 

 

Sonntag, 12. April 2026, 17.00 Uhr : "...und ..." ein Konzert des Lahrer Ensembles

Die drei Musiker Sascha Armbruster (Saxophon), Herbert Söllner,  (Violine), und Tobias Kopf (Kontrabass), beschäftigen sich seit mehr als dreißig Jahren mit der Interkation von komponierter und improvisierter Musik. Dabei treffen sie auch immer wieder auf literarische Texte und Objekte der bildenden Kunst. Der offene Titel des Konzerts spiegelt die Spontaneität und musikalische Freiheit des Ensembles wider. Damit konnten die drei Musiker mit ihren Gästen bei ihren bisherigen Konzerten in Kippenheim das Publikum immer wieder überraschen!

 

 

 

 

 

Donnerstag, 16. April 2026, 19.00 Uhr : "Stiefmütterchen statt Vergissmeinnicht" - was mit vielen Synagogen geschah, am Beispiel Müllheim im Markgräflerland

 

In Müllheim ließ man 1968, dreißig Jahre nach der Verwüstung in der Reichspogromnacht 1938, das jüdische Synagogengebäude abreißen. An der Stelle baute man einen Parkplatz und errichtete als Erinnerung einen Gedenkstein. So wie in Müllheim geschah das mit vielen Synagogen in Deutschland.

Der 2025 gedrehte Dokumentarfilm thematisiert behutsam die Auseinandersetzung mit jüdischem Erbe anhand von Müllheim. Dies macht den Film zu einem wertvollen Beitrag zur Stadtgeschichte, welcher die Erinnerung an die jüdische Gemeinde wieder lebendig werden lässt. Zeigt aber auch, wieviel persönliches Engagement es braucht, die Erinnerung zu bewahren.

Die Filmemacherin Kerstin Pommerenke wird bei der Filmvorführung anwesend sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samstag, 18. April 2026, 14.00 Uhr : Wanderung Christlich-Jüdischer Weg

Der  Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim hat den Christlich-Jüdischen Kulturweg von Kippenheim nach Schmieheim 2024 eingerichtet. 

Drei Jahrhunderte lebten Protestanten, Katholiken und Juden in Kippenheim und Schmieheim zusammen. Mit der Verschleppung der Jüdinnen und Juden am 22. Oktober 1940 in das Lager Gurs in Südwestfrankreich erlosch das jüdische Leben in den beiden Dörfern. Die drei Religionsgemeinden prägen mit ihren Kirchen und Synagogen und anderen religionsgeschichtlichen Zeugnissen bis heute das Orts- und Straßenbild beiden Ortsteile. Die Doppeltafel mit den Zehn Geboten, den ethischen Grundlagen des Judentums und des Christentums, dienen als Zeichen des christlich-jüdischen Kulturweges. 

 

Treffpunkt in Kippenheim: Parkplatz Querstraße, 10.30 Uhr, Dauer ca. 4 Stunden. Rucksackverpflegung.

 

 

 

 

Mittwoch, 6. Mai 2026, 18.00 Uhr : Ausstellungseröffnung „Polenaktion 1938“ Einführung: Alina Bothe

 

Ende Oktober 1938 wurden in einer Massenaktion rund 17.000 Menschen aus dem Deutschen Reich nach Polen ausgewiesen. Verfolgt wurden sie als Jüdinnen und Juden polnischer Staatsangehörigkeit. Diese sogenannte Polenaktion ist bis heute in der Erinnerung wenig präsent. Die Ausstellung "Polenaktion 1938" erzählt erstmals die Geschichte der Deportation im Oktober 1938.

Biografische Tafeln erzählen Lebenswege und Schicksale von Ausgewiesenen aus verschiedenen Städten und Orten in Deutschland, Kontexttafeln erläutern die Hintergründe.

Die Historikerin Anlina Bothe wird in die Ausstellung einführen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, 27. Mai 2026, 19 Uhr: Lesung "Rauch über Land" 

Der Lahrer Autor Michael Paul stellt seinen neuen Roman zur  Geschichte der Lahrer Tabakfabrik Roth-Händle 1918-1933 vor

 

Straßburg 1918: Der Krieg ist zu Ende – doch für Ernest Feist beginnt ein neuer Kampf um seine Familie und die Zukunft seiner Tabakmanufaktur. In Erfurt ringt Philipp F. Reemtsma, schwer verletzt, ums Überleben und um sein Erbe. Zwischen den beiden Männern, die aus völlig unterschiedlichen Welten stammen, entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft – jüdischer Unternehmer und zukünftiger Reichswirtschaftsführer. Während politische Umbrüche, Inflation und Nationalsozialismus das Land erschüttern, stehen beide vor Entscheidungen, die ihr Leben für immer verändern werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 21. Juni 2026, 15 Uhr : Führung über den jüdischen Friedhof Schmieheim

Bei einem Gang über den jüdischen Friedhof bei Schmieheim mit seinen über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen. Die ehrwürdige Grabstätte wurde 1682 von der Ettenheimer Judenschaft gegründet, als sich über 400 Jahre nach den Vertreibungen des Mittelalters wieder jüdische Familien in der Region niederlassen durften. Die zu verschiedenen Zeiten angelegten Teile des Friedhofes mit ihren unterschiedlichen Grabgestaltungen spiegeln eindrücklich die jeweilige gesellschaftliche Stellung der Juden wider.

Bei der Führung wird auf die auf vielfältigen Symbole und Inschriften auf den Grabsteinen eingegangen. Bei einigen Verstorbenen ist auch ihr Schicksal zur Zeit des Nationalsozialismus bekannt und ist ebenfalls Teil der Führung. Der Treffpunkt ist am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird empfohlen. Die Führung dauert ca. 1,5 Stunden.

 

 

 

Sonntag, 12. Juli 2026, 11.00 Uhr : "... Und immer noch ...". Ausstellungseröffnung mit  Angelika Nain

Immer noch sind die Auswirkungen des Kolonialismus in Afrika in vielfältiger Weise erfahrbar. Eine besondere Sichtweise auf dieses Thema liefert die Ausstellung … immer noch …“ der Kehler Künstlerin Angelika Nain. Die Ausstellung thematisiert vorkoloniale und koloniale Geschichte sowie Aspekte von postkolonialem Rassismus und seinen Auswirkungen bis heute. Ihre Werke machen deutlich, dass Flucht, Umweltzerstörungen, Verletzung von Menschenrechten, Armut und Korruption immer noch den afrikanischen Kontinent prägen.

 

 

Die Ausstellung ist an den Sonntagen zwischen 14.00 und 17.00 Uhr zu sehen.

 

 

 

 

Sonntag 28. Juni 2026, 17.00 Uhr : Sommerkonzert mit "Vetterlieswirtschaft"

 

 

 Anlässlich seines 30-jährigen Bestehens lädt der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim e. V,. zum Konzert mit „Vetterliswirtschaft“ ein.

Die Ettenheimer Musikgruppe begleitet den Verein über drei Jahrzehnte mit ihren schönen Aufführungen.

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 27. Sept. 2026, 19.00 Uhr : Filmvorführung : "Die treibende Kraft"

Zum Abschluß der aktuellen Ausstellung mit Werken der Künstlerin Angelika Nain zeigt der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim den Dokumentarfilm „Die Treibende Kraft“.  Es ist ein Film über Leben und Werk der Künstlerin Angelika Nain.

 

Mit seinem Dokumentarfilm „Die Treibende Kraft“ widmet sich der Regisseur Klaus Peter Karger einer weitgehend unbekannten Künstlerin, die es aber gleichwohl zu entdecken lohnt. Es verbinden sich bei ihr künstlerisches Schaffen und politisches Engagement. Sie hat sich mit jüdischer Geschichte und der Verfolgung im Nationalsozialimus beschäftigt und gemeinsam mit Jugendlichen einen Gedenkstein am Mahnmal in Neckarzimmern gestaltet. Seit vielen Jahren kümmert sie sich um Geflüchtete, hat sich mit Kolonialismus und Postkolonialismus auseinandergesetzt und war mit ihrem Lebenspartner Teil der Crew auf einem Seenot-Rettungsschiff zwischen Libyen und Italien. All diese Erfahrungen, aber auch die Reflexion über das Werden und Vergehen im eigenen Garten, prägen ihre Werke. 

 

Angelika Nain, steht, was ihre prekäre Erwerbssituation angeht, exemplarisch für die große Mehrheit der schätzungsweise 50.000 Bildenden Künstler*innen in Deutschland. Vor 30 Jahren hat sie beschlossen, vom Kunstschaffen leben zu wollen. Doch finanziell auskömmlich war das nie, ohne Nebenjobs kein Künstlerleben. Kann man trotzdem ein mit seinem Leben zufriedener Mensch sein?

 

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