SO 2. April, 15.00 Uhr : Synagogenführung

Die 1852 erbaute Synagoge ist ein außergewöhnliches Zeugnis des im 19. Jahrhundert blühenden Landjudentums. Ihre ursprüngliche Nutzung als Synagoge lässt sich noch an der vorhandenen Architektur ablesen, ebenso die Schändung in der Zeit des Nationalsozialismus und die Nutzung als Warenlager nach dem Krieg. Im Erdgeschoss informiert ein Zeitstrahl über die Geschichte der ehemaligen Synagoge. Die Geschichte und Kultur der Ortenauer Landjuden wird in einer Ausstellung auf den Emporen dargestellt. Im Keller befindet sich das ehemalige Ritualbad.

Die Kippenheimer Synagoge dokumentiert das einstige religiöse Leben der Juden in unserer Region und die Schändung dieses Gotteshauses in der Reichspogromnacht im November 1938. Ihr heutiger Zustand gibt Aufschluss über unseren Umgang mit dem jüdischen Erbe. Teilnahme kostenfrei - Spenden werden erbeten.

 

 

SO 30. April, 17.00 Uhr: Klezmerkonzert Angajo

Für die drei Musiker der Offenburger Gruppe Angajo verbindet Klezmer unbändige Lebenslust mit  tiefer Melancholie. Gaby Flick, Joachim Prasser und Andreas Deges sind beruflich an Offenburger Schulen als Pädagogen tätig. Seit einigen Jahren widmen sich die drei Interpreten leidenschaftlich der Klezmermusik. Interessant ist die instrumentale Zusammenstellung von »Angajo«. Ist sonst die Klarinette beim Klezmer das tragende Instrument, wird sie hier gleichberechtigt durch Akkordeon (Gaby Flick), Violine (Andreas Deges) und Akustik-Bass mit Gesang (Joachim Prasser) ersetzt. Eintritt frei - Spenden werden erbeten.

 

 

SO 14. Mai, 17.00 Uhr : Else Lasker-Schüler Performance

In 18 Schritten geht diese Performance aus Liebesgedichten von Else Lasker- Schüler einen Weg vom Geborenwerden bis zum Sterben, durch die Höhen und Tiefen der Liebe hindurch. Die Gedichte werden dabei dramatisch behandelt, situativ gespielt von Yael Schüler, die selber einen Weg gegangen ist wie Else Lasker- Schüler von Wuppertal nach Berlin und schließlich nach Israel. Sie lässt uns durch ihr ausdrucksstarkes Spiel teilhaben an der Sehnsucht, der Einsamkeit, der Liebe, dem Schmerz und der Glückseeligkeit dieser Dichterin des 20. Jahrhunderts. Eine Aufführung auf Deutsch und Hebräisch, begleitet von Trommel und Tanz, von Hass und Liebe, Irrtümern und Weisheiten, kleinen Geschenken und der Frage: Liebesgedicht und Gebet - ist das nicht dasselbe? Eintritt frei - Spenden werden erbeten.

 

 

DO 18. Mai, 19.00 h : Konzert Städtische Musikschule Lahr

Es ist eine besondere Begegnung, wenn SchülerInnen der Städtischen Musikschule Lahr ihre vertraute Musik in einer ihnen fremden Umgebung zu Gehör bringen. Das ca. 1-stündige Konzert wird von drei Ensembles gestaltet, einem Streichquartett, einem Waldhorn Trio und einem Mädchenchor, den Kitchen Chicks. Eintritt frei - Spenden werden erbeten. Weitere Informationen: www. ehemalige-synagoge-kippenheim.de

 

 

DO 8. Juni, 18.00 Uhr: Friedhofsführung in Schmieheim

Bei einem Gang über den 1682 angelegten jüdischen Verbandsfriedhof in Schmieheim, lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen. Von besonderer Bedeutung sind die in Stein gehauenen Symbole auf den Grabsteinen: sie vermitteln einen Eindruck vom religiösen Leben des Landjudentums. Treffpunkt am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird  empfohlen.

Der Eintritt ist frei - Spenden werden erbeten.

 

 

DO 15. Juni : Exkursion nach Rosheim / Elsass

 

 

 

Im Rahmen der Ausstellung Josel von Rosheim (s. u.) besucht der Förderverein Ehemalige Synagoge die Heimatstadt dieser bedeutenden Persönlichkeit und den jüdischen Friedhof von Rosenwiller. Eine Anmeldung ist erforderlich (juergen.stude@ekiba.de). Weitere Informationen: www.ehemalige-synagoge-kippenheim.de.

 

 

 

DO 22. Juni, 20.00 Uhr: Ausstellungseröffnung Josel von Rosheim 

Einführung in die Ausstellung: Dr. Werner Transier, Historisches Museum der Pfalz, Speyer

Die Ausstellung ist bis zum 10. September 2017 zu sehen.

 

Josel ben Gerschon von Rosheim (1478-1554) war eine herausragende jüdische Persönlichkeit des 16. Jahrhunderts, die das in der Reformationszeit erneut gefährdete Zusammenleben von Juden und Christen nachhaltig beeinflusste. Er unterhielt Briefkontakte mit Martin Luther und anderen Reformatoren. Seine enge Verbindung zu Kaiser Karl V. nutzte er, um die Rechtsstellung und Sicherheit der Juden im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation in einer Zeit des Umbruchs zu schützen. 1530 erreichte er, dass der Reichstag in Augsburg den Schutz von „Leib und Leben“ der Juden bestätigte und sich dagegen aussprach, sie zur Taufe zu drängen. Mit Martin Luther, den er vergeblich um Unterstützung für die Verbesserung der rechtlichen Situation der deutschen Juden bat, stand er schriftlich in Verbindung.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten.

 

 

 

DO 13. Juli, 20.00 Uhr: Martin Luther und die Juden

Luthers Wandel von Judenfreund zum Judenfeind und dessen Nachwirkungen in Theologie und Geschichte beleuchtet Prof. Dr. Klaus Müller, Beauftragter der evangelischen Landeskirche in Baden für das christlich-jüdische Gespräch.

 

Die evangelische Kirche erinnert 2017 an die Veröffentlichung der 95 Thesen durch Martin Luther vor 500 Jahren in Wittenberg. Der Reformator hoffte anfänglich, dass die Juden das reformatorische Gedankengut übernehmen und massenhaft zum Christentum übertreten würden. 1523 schrieb er „Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei“. Nach dem dies ausblieb, begann er sich zum Antijudaisten zu wandeln. 1543 erschien seine Schrift „Von den Juden und ihren Lügen". Martin Luthers Judenfeindschaft gilt als große Belastung für die Geschichte der evangelischen Kirche und wird den Schattenseiten im Wirken des Reformators zugerechnet. Eintritt frei - Spenden werden erbeten.