JAHRESPROGRAMM 2018

Weitere Informationen: Jürgen Stude: juergen.stude@t-online.de / 07807-957612

SO 02. September : Filmvorführung: „Home away from Home - Ein neues Leben in der Ferne“

Vorführungen um 14.30 h und 15.30 h

Der 45 Minuten dauernde Film „Home away from Home - Ein neues Leben in der Ferne“wurde von Professor Robert Gücker und Daniela Schaffart von der Hochschule Offenburg gedreht. Er porträtiert den aus Kippenheim stammenden Kurt Salomon Maier (heute Washington DC, der bei der Filmpremiere anwesend sein wird, sowie die Kippenheimerin Inge Auerbacher (heute New York) und die Offenburgerin Eva Mendelsson (heute London). Nach einem historischen Einblick in die Zeit von Ausgrenzung und Verfolgung im Dritten Reich legt der Film den Fokus auf das heutige Leben der Zeitzeugen und ihrem Verhältnis zu der Vergangenheit. Im Anschluss an die Filmvorführung stellen sich Kurt Salomon Maier und die Filmemacher den Fragen des Publikums.

Alle Veranstaltungen Eintritt frei - Spenden werden erbeten.

 

 

SO 09. September : Führungen durch die ehem. Synagoge

Führungen um 14.00 Uhr und 15.00 h

Die 1852 erbaute Ehemalige Synagoge Kippenheim ist ein außergewöhnliches Zeugnis des im 19. Jahrhundert blühenden Landjudentums. Die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes als Synagoge lässt sich noch an der vorhandenen Architektur ablesen, ebenso die Schändung in der Zeit des Nationalsozialismus und die Nutzung als Warenlager nach dem Krieg. Ihr heutiger Zustand gibt auch Aufschluss über unseren Umgang mit dem jüdischen Erbe. Die Führung wird alle diese Aspekte aufgreifen und auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation der Kippenheimer Juden in der Zeit zwischen 1852 und 1933 eingehen.

Die Teilnahme an der Führung ist kostenfrei, Spenden werden erbeten.

 

 

SO 23. September: Jüdischer Kulturweg - Radtour zwischen Offenburg und Kippenheim

Die südliche Ortenau war bis 1940 eines der jüdischen Zentren Badens, zehn israelitische Gemeinden bildeten das Bezirksrabbinat Schmieheim-Offenburg. Von diesem einst reichen jüdischen Leben zeugen heute noch ehemalige Synagogen und jüdische Friedhöfe aber auch hebräische und jiddische Wörter im Alemannischen und städtebauliche Spuren in den sogenannten „Judendörfern“ zwischen Offenburg und Ettenheim, wie z. B. die „Judenstadt“ in Diersburg oder die Kippenheimer „Judengasse“. Unterwegs werden u. a. die Offenburger Mikwe, den Diersburger „Judenfriedhof“ und die ehemalige Synagoge Kippenheim angefahren, wo sachkundige Führer auf die Teilnehmenden der Tour warten. Die Tour ist Teil des Projektes „Jüdischen Kulturwegs am Oberrhein“, das bedeutende Stätten jüdischen Lebens miteinander verbinden will.

Die Radtour startet in Offenburg 10.00 h. Treffpunkt ist der Parkplatz vor dem Museum im Ritterhaus, Offenburg. Die Tour führt weitgehend auf ebenem Gelände; sie endet gegen 16.30 Uhr in Schmieheim. Männer werden gebeten eine Kopfbedeckung mitzubringen.

Rückfahrt in Eigenregie oder mit dem Zug über den Bahnhof Orschweier. Teilnahme kostenlos. Anmeldung und Information Tel.: 0781/ 82 25 77 oder bei Jürgen Stude 07807-95 76 12; juergen.stude@t-online.de

 

 

So. 30. Sept., 19.00 h : Fluchtpunkt Shanghai

Vortrag von Bernd Rottenecker über die Bedeutung der chinesischen Stadt Shanghai für das Überleben tausender deutscher und österreichischer Juden. Susanne Kerkovius liest Texte aus dem Buch von Ruth Nathanson „Zwischenstation, Überleben in Shanghai 1939 - 1947“.

 

Mit dem Novemberpogrom 1938 erreichte der Hass und die Gewalt gegen jüdische Menschen im gesamten deutschen Reich ein ungeahntes Ausmaß. Tausende Juden aus Deutschland und Österreich versuchten verzweifelt zu fliehen, aber die USA und die europäischen Länder verschlossen ihre Tore. Für ca. 20.000 Jüdinnen und Juden wurde das ferne Shanghai, das als einziges Land der Welt keine Visa oder Bürgschaften verlangte, zum rettenden Fluchtpunkt. Zu diesen Menschen gehörte Ruth Nathanson, die mit ihrer Familie in das 8000 km entfernte Shanghai floh; mit dabei war auch der acht Monate alte Michael Nathanson (Gründungsmitglied des Fördervereins). Ruth Nathanson schrieb ihre Erlebnisse in Shanghai nieder, diese erschienen 2016 als Buch.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten.

 

 

DO 11. Oktober, 17.00 Uhr : Führung Friedhof Schmieheim

Bei einem Gang über diese ehrwürdige Grabstätte mit ihren über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen. Sie wurde 1682 angelegt, als sich die ersten jüdischen Familien nach den Vertreibungen im Mittelalter wieder in der Region niederlassen durften. Der älteste bekannte Grabstein stammt aus dem Jahr 1701. Er trägt, wie die anderen Grabmale aus dem 18. Jahrhundert, nur hebräische Schriftzeichen. Ab 1850 wird immer mehr die lateinische Schrift für die Grabinschriften verwendet.

Treffpunkt am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird  empfohlen.

Der Eintritt ist frei - Spenden werden erbeten.

 

 

DO 8. Nov. 20.00 Uhr : Vortrag 80 Jahre Novemberpogrom

Vortrag mit Dr. Heinrich Schwendemann, Akademischer Oberrat am Historischen Seminar an der Uni-Freiburg

 

Vor 80 Jahren, am 9. und 10. November 1938, wurden in der Ortenau und in ganz Deutschland hunderte Synagogen und zahlreiche Privat- und Geschäftshäuser demoliert oder niedergebrannt, etwa 400 Jüdinnen und Juden ermordet oder in den Freitod getrieben und in der Folge rund 30.000 weitere in Konzentrationslagern inhaftiert und misshandelt.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten.