Veranstaltungsprogramm 2021

Bei allen Veranstaltungen Eintritt frei, Spenden werden erbeten. Es gelten die aktuellen Hygiene- und Abstandsregelungen, eine Begrenzung der Teilnehmerzahl sowie eine Maskenpflicht in Innenräumen; dort gilt auch die 3G-Regel.

 

 

FR 8. Oktober, 16.00 h : Führung durch das jüdische Schmieheim

In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zum Ritterkanton Ortenau gehörenden alten Dorf Schmieheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1940. Seit etwa 1777 amtierte ein Rabbiner dort, bis das Rabbinat für die südliche Ortenau 1893 nach Offenburg verlegt wurde. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1864 mit 580 Personen erreicht. Etliche Gebäude, wie die ehemalige Synagoge oder das ehemalige Rabbinat und der am Orstrand gelegene alte jüdische Friedhof, zeugen von der reichen jüdischen Geschichte Schmieheims. Im Rahmen des Jubiläums der 1700-jährigen deutsch-jüdischen Geschichte laden wir gemeinsam mit der VHS-Außenstelle Kippenheim zu einer Führung durch das jüdische Schmieheim ein. Treffpunkt: Am Platz vor der evangelischen Kirche in der Ortsmitte von Schmieheim. Dauer ca. 90 Minuten

 

 

SO 17. Oktober, 14 h : Führung über den jüdischen Friedhof Schmieheim

Bei einem Gang über den jüdischen Friedhof bei Schmieheim mit seinen über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen.

Die ehrwürdige Grabstätte wurde 1682 angelegt, als sich die ersten jüdischen Familien nach den Vertreibungen im Mittelalter wieder in der Region niederlassen durften. Die zu verschiedenen Zeiten angelegten Teile des Friedhofes mit ihrer unterschiedlichen Grabgestaltung spiegeln eindrücklich die jeweilige gesellschaftliche Stellung der Juden wider. Bei der Führung wird auf die auf vielfältigen Symbole und Inschriften auf den Grabsteinen eingegangen. Bei einigen Verstorbenen ist auch ihr Schicksal zur Zeit des Nationalsozialismus bekannt und wird ebenfalls Teil der Führung mit Bärbel Heer sein.

Treffpunkt ist am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird  empfohlen. Der Eintritt ist frei - Spenden werden erbeten.Kontakt: ehemaligesynagogekippenheim@web.de

 

 

DI 19. Okt. 19.00 h : 22. Oktober 1940

Die Deportation der badischen Jüdinnen und Juden nach Gurs

Der Vortrag von Jürgen Stude beleuchtet die Ereignisse und Reaktionen auf die Deportation in das Internierungslager Gurs in Südwestfrankreich 1940 und das weitere Schicksal der Deportierten, von denen viele in den Vernichtungslagern im Osten Europas ermordet wurden.  Der Fokus liegt auf der Perspektive der Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und ihrer Helfer; der Blick wird aber auch auf die Verantwortlichen für die Deportation gelenkt.

 

 

 

DI 9. Nov. 19.00 h : Mühen des Erinnerns - Vortrag von Karl Kopp

Ob Nationen, Orte oder Persönlichkeiten, das Erinnern macht uns Menschen Mühe. Schlimmes wird verdrängt, Gutes verklärt, Vieles vergessen. Dies führt uns Karl Kopp, der Autor des Buches „Das Kippenheimer Lied – eine badische Volksschule und ihre israelitischen Kinder“, mit seinem Vortrag „Mühe des Erinnerns“ vor Augen. Für den ehemaligen Rektor der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Kippenheim war das örtliche Archiv der Gemeinde die wichtigste Quelle für seine Recherchen. Entlang dieses Buches, das vom „Förderverein Ehemalige Synagoge herausgegeben wurde, vermittelt Karl Kopp konkrete Beispiele zu den „Mühen des Erinnerns“ aus 250 Jahren Kippenheimer Geschichte. Die Veranstaltung erfolgt an geschichts-trächtigem Ort und historischem Datum in Kooperation mit der Kippenheimer Außenstelle der VHS-Lah. Sie versteht sich auch als Appell gegen Antisemitismus.

 

 

SO 21. November, 17.00 h : Die Mendelssohns

Die Aufführung " die Mendelssohns" vermittelt einen Einblick in das Leben der Familie Mendelssohn und das philosophische und musikalische Wirken der Geschwister von Felix Mendelssohn und Fanny Hensel geb. Mendelssohn-Bartholdy.

Das musikalische Schaffen von Felix Mendelssohn ist auch heute noch so bekannt wie zu seinen Lebzeiten. Weniger bekannt ist, dass er eine musikalisch ebenso begabte Schwester Fanny hatte, deren Kompositionen den seinen um nichts nachstehen. Auch weniger bekannt ist, dass der Großvater der Geschwister, der Philosoph Moses Mendelssohn, in der deutschen Aufklärung eine bedeutende Rolle spielt und dadurch einen unverzichtbaren Beitrag zum jüdischen Leben in Deutschland geleistet hat, das in diesem Jahr sein 1700stes Jubiläum feiert.

Die Pianistin Lydia Jeschke, der Hornist Horst Ziegler sowie Mitglieder der Theater-AG des Max-Plamck-Gymansiums Lahr möchten einen Einblick vermitteln in das Leben der Familie Mendelssohn und das philosophische und musikalische Wirken von Moses Mendelssohn und Fanny Hensel geb. Mendelssohn-Bartholdy. Die Aufführung ist der im März 2020 verstorbenen Lisa Klevit-Ziegler gewidmet. Die Leitung hat Andrea Welz.

 

 

DI 21. Juni 2022, 18:30 h : Marco Wottge: Arisierung in der Zeit des Nationalsozialismus

Der Begriff "Arisierung" bezeichnet die Verdrängung von Jüdinnen und Juden aus dem Wirtschafts- und Erwerbsleben sowie die Enteignung, den Diebstahl und den Raub ihres geschäftlichen und privaten Eigentums in ihrer ganzen Vielschichtigkeit.

Marco Wottge, der Autor des Buches "Arisierung in Karlsruhe" beschreibt in seinem Vortrag ebenso Ablauf und Umfang dieser Maßnahmen wie die Akteure und die Profiteure. Es begann mit der Verdrängung von Jüdinnen und Juden aus dem öffentlichen Dienst und aus den freien Berufen im Gesundheits- und im Rechtspflegesektor und setzte sich mit ihrer Verdrängung aus der Wirtschaft fort. Die "Arisierung" gipfelte in der Übernahme oder zwangsweisen Schließung "jüdischer Unternehmen" sowie der Aneignung der Grundstücke und Häuser von Jüdinnen und Juden. Auswanderungswillige beziehungsweise aus Deutschland Vertriebene wurden zuvor durch Abgaben und Steuern ausgeplündert, und schließlich wurde das Hab und Gut derjenigen, die deportiert wurden, zugunsten des Deutschen Reiches eingezogen.