Weitere Informationen: Jürgen Stude: juergen.stude@t-online.de / 07807-957612

                           JAHRESPROGRAMM 2020

MO 27. Januar,  19 Uhr: "Dann kamen die grauen Busse .....“ - Theaterszenen und Musik“ anlässlich des Tages der Opfer des Nationalsozialismus

 

Foto: Aisha Hellberg

 

75 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau erinnert der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim mit Theaterszenen „Dann kamen die grauen Busse ….“ und mit Musik des Trios Berger/Gille/Ziegler an die Opfer der nationalsozialistischen Gewalt- und Willkürherrschaft.

 

Im Januar 1940 begann der systematische und planmäßige Mord an Menschen mit psychischer Erkrankung und geistiger Behinderung. In Baden und in Württemberg wurden Menschen mit Behinderung in den berüchtigten „grauen Bussen" in die Tötungsanstalt Grafeneck auf der Schwäbischen Alb deportiert, wo sie im Rahmen der Krankenmorde,  der so genannten Aktion T4, ermordet wurden. Auch aus der Ortenau wurden Menschen in Grafeneck getötet.

 

Die Mitglieder der Oberstufen-Theater-AG des Max-Planck-Gymnasiums haben alle Texte erarbeitet und unter der Leitung von Andrea Welz drei Episoden entwickelt, in denen die Verfolgungsgeschichten von Lydia Pfeifer, Elfriede Caroli und Bruno Oppenheimer im Mittelpunkt stehen. Die Theaterszenen beruhen auf biografischen Texten aus dem Ortenauer Gedenkbuch, das in der Ehemaligen Synagoge Kippenheim ausliegt. Das Jazztrio Berger/Gille/Ziegler (Schlagzeug/Saxophon/Gesang) um Rebekka Ziegler (Lahr/Köln) spiegelt die Geschehnisse und die Gefühle der Personen mit Musik. Im Anschluss an die Aufführung wird das Trio seine Reaktionen in einer Improvisation zum Ausdruck bringen und so dem Publikum die Gelegenheit geben, den Stoff zu verarbeiten.

 

Eintritt frei

 

SO 9. Februar, 17 Uhr : "Trotz alledem" - Konzert mit chorus delicti und  Lorenz Stiegeler

BILD: Manfred Sickmann, Lahr

 

Singen gegen den Wahnsinn, gegen die Kälte, wenn die Angst uns lähmt. Singen, weil noch nicht alles erklungen ist, weil Schönheit sich entfalten will in jedem Werk, auf vielfältige Weise. Alt und neu, vertraut und fremd, hier und dort ertönt Gesang.

 

….so auch von „chorus delicti“:  authentisch und multikulturell mit Einflüssen aus afrikanischer und lateinamerikanischer Musik, europäischer Klassik und Volksmusik sowie Jazz und Pop. Lieder aus Lennie Bernstein’s Westside Story, Bertolt Brecht’s und Kurt Weill’s „Dreigroschen-Oper“, Songs von Sting, Elton John, Pharrell Williams, John Lennon, George Shearing, Astor Piazzola, Stevie Wonder u. a. Durchsichtig, mitunter schwebend, dann wieder erdig und bodenhaftend - je nach der Art des Liedes – interpretiert der Chor sein breites Repertoire und gestaltet es immer wieder neu.

 

chorus delicti freut sich, Lorenz Stiegeler , den Crooner am Klavier,  für dieses Konzert gewonnen zu haben. Er ergänzt und bereichert den Abend  mit eigenen Songs, professionell und authentisch, zuweilen erinnernd an Billy Joel, Mose Allison oder Diana Krall.  Die Begegnung von Chor und Pianist im gemeinsamen Musizieren ist ein Höhepunkt des Abends.

 

Eintritt frei - Spenden werden erbeten

 

 

SO 19. April, 17:00 Uhr : Konzert "Klezmers Techter"

Von freien Improvisationen bis hin zu traditionellen Interpretationen jiddischer Musik – faszinierend und facettenreich - spannen KLEZMERS TECHTER einen Bogen von unbändiger Lebensfreude bis hin zu wehmutiger Sehnsucht.

 

Die Musikerinnen spielten auf Einladung von Giora Feidman mehrfach in Israel, mit überwältigendem Erfolg. Ihre Musik wirkt wie eine ständige Aufforderung, das Leben trotz aller Hindernisse zu lieben und zu feiern. In ihrem neuen Programm “der Pojaz tanzt” vereinen sich künstlerische Power, temperamentvolle Spiel – und Experimentierfreude mit musikalischer Tiefe und Innigkeit. Gabriela Kaufmann, Klarinette und Bassklarinette / Almut Schwab, Akkordeon, Flöten und Hackbrett / Nina Hacker, Kontrabass / Miriam Ast, Gesang.

 

Eintritt frei - Spenden werden erbeten

 

 

 

DI 28. April, 19.00 Uhr : Lesung: Die Gedächtnislosen"

Géraldine Schwarz schreibt mit ihrem Buch "Die Gedächtnislosen" europäische Geschichte. Ihre hochaktuelle These: Das Erstarken rechtpopulistischer Strömungen in Europa lasse sich mit der statt gefundenen oder nicht-stattgefundenen Auseinandersetzung der einzelnen Staaten mit dem Zweiten Weltkrieg erklären.

 

Zur Veranschaulichung verknüpft die in Frankreich aufgewachsene deutsch-französische Autorin ihre Familiengeschichte mit der großen Geschichte und stellt dazu ihr reiches Quellenmaterial in aufschlussreiche Zusammenhänge. „Die Gedächtnislosen“ ist ein sehr persönliches Werk der Erinnerungskultur. Mit beispielhafter Sorgfalt plädiert Géraldine Schwarz in ihrem Buch für eine Fortführung der Gedächtnisarbeit, um den völkischen und nationalistischen Tendenzen in Deutschland und in Europa entgegenzuwirken.

 

Ort: Im Museum im Ritterhaus Offenburg, Ritterstraße 10. Eine gemeinsame Veranstaltung des Gedenkstättenverbund Südlicher Oberrhein

 

 

 

DO 23. April, 19.00 Uhr : Lesung: „Geisterkinder. Fünf Geschwister in Himmlers Sippenhaft“

In ihrem Buch „Geisterkinder“ erzählt Valerie von Riedesel, die Enkelin des Widerstandskämpfers Cäsar von Hofacker (1896–1944), die bewegende Geschichte ihrer Familie nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler.

 

Von Hofacker, der zum Kreis der Attentäter gehörte, wurde nach fünf Monaten Gestapo-Haft hingerichtet. Seine Frau Lotte von Hofacker und die beiden älteren Kinder kamen zuerst in ein Gefängnis und dann in das Konzentrationslager Stutthof. Dort erfuhren sie vom Tod des Vaters. Als die Rote Armee näher rückte, wurden sie in das KZ- Buchenwald gebracht, wo sie mit Dietrich Bonhöffer einen Gottesdienst am 8. April 1945 feierten – einen Tag vor seiner Hinrichtung im KZ-Flossenbürg. Am 11. April 1945 besetzten die Amerikaner das KZ-Buchenwald. Lotte von Hofacker und die Kinder waren frei. Ihre Tagebuchaufzeichnungen zeugen davon, welche schlimmen Zeiten sie durchleben mussten. Valerie von Riedesel, ihre Enkelin, hat mit „Geisterkinder“ ein sehr persönliches Buch darüber geschrieben.

 

Eintritt frei - Spenden werden erbeten

 

 

SO 3. Mai, 11 Uhr : Vernissage „Es ist normal verschieden zu sein"

Gruppenausstellung des Offenen Ateliers Lahr

 

Das Offene Atelier Lahr ist ein Kunstprojekt von Menschen mit und ohne Psychiatrieerfahrung. Es bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, ihre individuellen schöpferischen Potentiale zur Entfaltung zu bringen. Im Unterschied zu kunsttherapeutischen Angeboten handelt es sich bei diesem Projekt um ein offenes Atelier, in dem sich die Künstlerinnen und Künstler selbst organisieren und sich frei betätigen. Das Atelier ist ein Raum, in dem künstlerisches Schaffen gleichwertig neben der Pflege von Kontakten und Beziehungen steht. Die dort geschaffenen Werke werden regelmäßig in Ausstellungen präsentiert, sie können auch gekauft oder gemietet werden.

 

Unterstützt und gefördert wird das Selbsthilfeprojekt vom Sozialpsychiatrischen Dienst Lahr und dem Verein „die Brücke – Hilfsgemeinschaft für Menschen in psychischer Not, Lahr e.V.“

 

 

 

MO 11. Mai, 17 Uhr : Führung über den jüdischen Friedhof in Schmieheim

Bei einem Gang über diese ehrwürdige Grabstätte mit ihren 2500 Gräbern wird Bärbel Heer in die wechselhafte Geschichte der Ortenauer Juden einführen.

 

Der Friedhof wurde 1682 angelegt, als sich die ersten jüdischen Familien nach den Vertreibungen im Mittelalter wieder in der Region niederlassen durften. Der älteste bekannte Grabstein stammt aus dem Jahr 1701. Er trägt, wie die anderen Grabmale aus dem 18. Jahrhundert, nur hebräische Schriftzeichen. Ab 1850 wurde immer mehr die lateinische Schrift für die Grabinschriften verwendet. Interessant sind die Symbole, die manche Grabsteine tragen. Sie verweisen auf die rituellen Aufgaben, denen die Verstorbenen nachgingen aber auch über ihre Ämter im jüdischen Gemeindeleben.

 

Treffpunkt am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird empfohlen.

 

Eintritt frei - Spenden werden erbeten

 

 

 

SO 17. Mai, 11 Uhr : Radtour Jüdischer Kulturweg

Gemeinsame Radtour von Förderverein Ehem. Synagoge Kippenheim, Offenburger Museum im Ritterhaus.

 

Die südliche Ortenau war eines der jüdischen Zentren Badens. Von diesem einst reichen jüdischen Leben zeugen heute noch ehemalige Synagogen und jüdische Friedhöfe und andere bauliche Spuren in den sogenannten „Judendörfern" zwischen Offenburg und Ettenheim. Besucht werden u. a. die Offenburger Mikwe, der Diersburger „Judenfriedhof' und die ehemalige Synagoge Kippenheim. Die Tour ist Teil des geplanten „Jüdischen Kulturwegs am Oberrhein", der bedeutende Stätten des Judentums entlang des Rheins verbinden soll. Sie wird von Anne Junk und Jürgen Stude geleitet und findet in Kooperation mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub Ortenau (ADFC) statt.

 

Treffpunkt ist der Parkplatz vor dem Museum im Ritterhaus in Offenburg. Unterwegs wird eine Vesperpause in Friesenheim eingelegt. Die Tour endet gegen 16.30 Uhr in Kippenheim, Rückfahrt in Eigenregie oder mit dem Zug über den Bahnhof Orschweier bzw. Lahr. Die Teilnahme ist kostenlos.

 

Männer werden gebeten eine Kopfbedeckung mitzubringen. Anmeldung (bis 15. Mai) und Information Museum im Ritterhaus, Tel.: 0781-822577.

 

Teilnahme frei - Spenden werden erbeten

 

 

 

SO 21. Juni, 17 Uhr : "Architektur des Glaubens" Die drei Gotteshäuser in Kippenheim. Ein Rundgang.

Auf dem Rundgang durch Kippenheim werden die Gotteshäuser der drei Glaubensgemeinschaften aufgesucht, die bis 1940 in den Kippenheim exsitierten. An diesen Stationen werden das Verbindende der Glaubensgemeinschaften zum Tragen kommen, aber auch die Unterschiede und das vielleicht Trennende.

 

Eine gemeinsame Veranstaltung der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden in Kippenheim und Schmieheim und dem Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim.

 

Teilnahme frei. Information: Jürgen Stude, Tel.: 07821-9175468; juergen.stude@t-online.de

 

 

 

So 5. Juli, 11 Uhr : Vernissage der Ausstellung "Lichtes..."

Die Lahrer Künstlerin Marianne Hopf ist jemand, der die Landschaft und das Sehen dieser Landschaft als Ereignis erlebt. Und wer sich den Bildern der Malerin gegenüber sieht, kann etwas von diesem Ereignis nachempfinden.

 

Die Ausstellung "Lichtes..." aus dem Islandblock behandelt das "Islandthema", an dem die Künstlerin in den letzten drei Jahre intensiv gearbeitet hat.

 

Die Kunsthistorikerin Dr. Susanne Ließegang/Gießen wird die Einführungsrede halten.

 

Eis-Wandlung VII, Pigmente, Acryl auf Leinwand, 130 x 130 cm, 2019 (Ronald Buck)