JAHRESPROGRAMM 2018

Weitere Informationen: Jürgen Stude: juergen.stude@t-online.de / 07807-957612

SO 8. April, 15.00 Uhr : Führung durch die Ehem. Synagoge

Das 1852 eingeweihte Gotteshaus der früheren israelitischen Gemeinde Kippenheims ist ein außergewöhnliches Zeugnis des im 19. Jahrhundert blühenden Landjudentums. Seine ursprüngliche Nutzung als Synagoge lässt sich noch an der vorhandenen Architektur ablesen, ebenso die Schändung in der Zeit des Nationalsozialismus und die Nutzung als Warenlager nach dem Krieg. Ihr heutiger Zustand gibt auch Aufschluss über unseren Umgang mit dem jüdischen Erbe. Die Führung wird alle diese Aspekte aufgreifen und auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation der Kippenheimer Juden in der Zeit zwischen 1852 und 1933 eingehen.

Die Teilnahme an der Führung ist kostenfrei, Spenden werden erbeten.

 

DO 26. April, 18.00 Uhr : Führung Friedhof Schmieheim

Bei einem Gang über diese ehrwürdige Grabstätte mit ihren über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen. Sie wurde 1682 angelegt, als sich die ersten jüdischen Familien nach den Vertreibungen im Mittelalter wieder in der Region niederlassen durften. Der älteste bekannte Grabstein stammt aus dem Jahr 1701. Er trägt, wie die anderen Grabmale aus dem 18. Jahrhundert, nur hebräische Schriftzeichen. Ab 1850 wird immer mehr die lateinische Schrift für die Grabinschriften verwendet.

Treffpunkt am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird  empfohlen.

Der Eintritt ist frei - Spenden werden erbeten.

 

DO 10. Mai, 9.00 Uhr : Exkursion "Jüdisches Worms"

Als  "Klein-Jerusalem am Rhein" bekannt, bietet die alte Stadt Worms bemerkenswerte Zeugnisse aus 1000 Jahren jüdischer Geschichte. Der Vormittag der Exkursion ist dem Besuch des jüdischen Museums im Raschihaus und des Wormser Doms gewidmet. Im Mittelpunkt der Führung durch das ehem. jüdische Worms am Nachmittag stehen neben dem ältesten jüdischen Friedhof Europas, der „Heilige Sand“ das jüdische Viertel mit Synagoge und Judengasse.

Abhängig von den Anmeldungen  fahren wir in Fahrgemeinschaften oder mieten einen Reisebus. Abfahrt 9.00 Uhr in Kippenheim, Rückkehr gegen 18.30 Uhr.

Informationen: Jürgen Stude, Tel. 07807-957612, juergen.stude@t-online.de

 

 

DI 15. Mai, 20.00 Uhr : Konzert Ida Johanne Kühn Riegels

Die dänische Cellistin Ida Johanne Kühn Riegels ist zu Gast in der Ehemaligen Synagoge auf ihrer langen Radtour von den Quellen des  Rheines bis zu seiner Mündung in die Nordsee.  In ihrem Gepäckträger dabei hat die überzeugte Radfahrerin ein großes Cello. Auf ihre Tour legt sie immer wieder Zwischenstoppe ein und gibt Konzerte. In der Ehemaligen Synagoge wird Ida Johanne Kühn Riegels, die auch Komponistin ist, eigene Stücke, klassische und jüdische Musik zu Gehör bringen. Danach geht es weiter; es sind noch 700 Kilometer bis Hoek van Holland, der letzten Station ihrer musikalischen Reise.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten.

 

SO 27. Mai, 19.00 Uhr : Kaléko bis Brecht 

Of Cabbages and Kings: Die Frauenstimmen hinter diesem Bandnamen stehen für das Wechselspiel zwischen rohen, natur belassenen und bis ins Detail feingeschliffenen Klängen. Morscher, Pérez, Ziegler und Totenhagen haben in Boston, Wien, Kopenhagen und Köln Jazzgesang studiert und schreiben alle ihre Arrangements selbst. „Unsere vier Stimmen sind gleichberechtigt, es gibt viel Interaktion, Improvisation, die auch manchmal in Richtung freie Musik geht“, formulieren die vier Sängerinnen ihren künstlerischen Ansatz. In ihrem neuen Programm vertonen sie deutschsprachige Lyrik von Kaléko bis Brecht.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten.

 

 

DI 12. Juni, 18.00 Uhr : Exkursion zur Offenburger Mikwe

(Foto rechts: Magdalena Schaaf, Museum im Ritterhaus)

Die Offenburger Mikwe wurde 2016 mit einer sehr gelungen Ausstellung aufgewertet. Die Archäologin Valerie Schoenenberg vom "Büro für archäologische und kulturhistorische Dienstleistungen" "archist" führt durch die von ihr gestaltete Ausstellung und das Ritualbad.

Bisher hatte man das 14 Meter unter der Erde gelegene Ritualbad (hebräisch: Mikwe) wegen seiner gotischen Stilelemente ins Hochmittelater datiert. Nach neueren bauhistorischen Forschungen ist es möglicherweise in der frühen Neuzeit  entstanden. Eine Treppe mit 46 Stufen führt die Besucher bis in das Zentrum des Ritualbades. In der Mikwe kommen die Juden den rituellen Reinheitsvorschriften ihrer Religion nach. Nur lebendes Wasser (Quell- oder Regenwasser) darf für die rituellen Waschungen verwendet werden. Die Offenburger Mikwe wurde mit Regenwasser befüllt. Das Tauchbecken muss mindestens 800 Liter fassen.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten.

 

 

SO 17. Juni: Radtour Jüdischer Kulturweg

 

Radtour zwischen Offenburg und Schmieheim

Am Donnerstag, 17. Juni 2018, 10 Uhr, laden die Erinnerungsstätte Salmen und die Gedenkstätte Ehemalige Synagoge Kippenheim zu einer Radtour zu Stätten jüdischer Geschichte ein. Besucht werden u. a. die Offenburger Mikwe, die Diersburger Judenstadt, die ehemalige Synagoge Kippenheim und der jüdische Friedhof in Schmieheim. Die Tour ist Teil des geplanten „Jüdischen Kulturwegs am Oberrhein“, der zu bedeutenden Stätten des ehemals reichen jüdischen Lebens entlang des Rheins führen soll.

Treffpunkt ist der Parkplatz vor dem Museum im Ritterhaus,

Offenburg. Achtung: Die Radtour führt nicht nur über ebenes Gelände! Sie endet gegen 17 Uhr in Schmieheim.

 

Rückfahrt in Eigenregie oder mit dem Zug über den Bahnhof Orschweier. Teilnahme kostenlos. Anmeldung und Information Tel.: 0781/ 82 25 77.

 

 

SO 24. Juni, 19.00 Uhr : Hot & Cool – Tango und Klezmer

Hot & Cool – Tango und Klezmer Musik -

dieser Name ist nicht nur ein Name, sondern auch Programm. Er beschreibt die Bipolarität des Lebens überhaupt: Freudig erregt - melancholisch traurig; vital und schnell - ruhig und entspannt; Lebensfreude - Todessehnsucht.

In den Musikstilen Tango- und Klezmermusik sind all diese Ausdrucksformen nebeneinander und zugleich beheimatet, die Gegensätzlichkeit wirkt nicht störend, sondern eher ergänzend.

Das Quintett: Petra Müllejans ist Professorin für Barockvioline an der Hochschule in Frankfurt und Konzertmeisterin des Freiburger Barockorchesters. Rainer Schwander ist ständiger Begleiter des Berliner Liedermachers Gerhard Schöne und des fränkischen Barden Wolfgang Buck. Der Cellist Uwe Schachner, Lehrer an der Berufsfachschule für Musik in Bad Königshofen, steuert die Impulsivität der romantischen Kammermusik bei; die Sängerin Claudia v.d.Goltz ist Gymnasiallehrerin und Spezialistin für jiddisches Liedgut; Bernhard v.d.Goltz ist klassischer Gitarrist und Arrangeur der Band.

Der Eintritt ist frei - Spenden werden erbeten.

 

SO 8. Juli, 17.00 Uhr : Vortrag - Das jüdische Ritualbad

Zu den notwendigen Einrichtungen einer jüdischen Gemeinde gehört das Ritualbad (hebr. Mikwe). Die Kippenheimer Mikwe  befand es sich unter der Vorhalle der Synagoge, wovon heute noch das Mikwebecken zeugt. Das Bad in der Mikwe dient nicht der hygienischen, sondern der kultischen Reinheit, die nach jüdischer Auffassung durch die Berührung von Toten und Blut entsteht. Da das Ritualbad vor allem von den Frauen nach einer Geburt oder nach dem Ende der Monatsregel besucht wurde, bezeichnete man es in den Ortenauer „Judendörfern“ als „Frauenbad“.

 

Im ersten Teil des Vortages wird Jürgen Stude einen Überblick über die ehemaligen Mikwaot in der Ortenau geben, im zweiten Teil berichtet die aus Kippenheim stammende Architektin Gabriele Weis über den Bau der Mikwe der jüdischen Gemeinde Leipzig durch ihr Dresdner Architekturbüro. Für eine Mikwe darf nur lebendes Wasser (Quell-, Fluss- oder gesammeltes Regenwasser) verwendet werden; außerdem müssen eine Vielzahl von rituellen Vorschriften beim Bau einer Mikwe beachtet werden. Deshalb ließ sich die Architektin durch den Rabbiner Meir Pose aus Jerusalem beraten. Meir Pose gilt als Koryphäe beim Bau von jüdischen Tauchbädern.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten.

 

 

So. 30. Sept., 19.00 h : Fluchtpunkt Shanghai

Vortrag von Bernd Rottenecker über die Bedeutung der chinesischen Stadt Shanghai für das Überleben tausender deutscher und österreichischer Juden. Susanne Kerkovius liest Texte aus dem Buch von Ruth Nathanson „Zwischenstation, Überleben in Shanghai 1939 - 1947“.

Mit dem Novemberpogrom 1938 erreichte der Hass und die Gewalt gegen jüdische Menschen im gesamten deutschen Reich ein ungeahntes Ausmaß. Tausende Juden aus Deutschland und Österreich versuchten verzweifelt zu fliehen, aber die USA und die europäischen Länder verschlossen ihre Tore. Für ca. 20.000 Jüdinnen und Juden wurde das ferne Shanghai, das als einziges Land der Welt keine Visa oder Bürgschaften verlangte, zum rettenden Fluchtpunkt. Zu diesen Menschen gehörte Ruth Nathanson, die mit ihrer Familie in das 8000 km entfernte Shanghai floh; mit dabei war auch der acht Monate alte Michael Nathanson (Gründungsmitglied des Fördervereins). Ruth Nathanson schrieb ihre Erlebnisse in Shanghai nieder, diese erschienen 2016 als Buch.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten.

 

 

DO 11. Oktober, 17.00 Uhr : Führung Friedhof Schmieheim

Bei einem Gang über diese ehrwürdige Grabstätte mit ihren über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen. Sie wurde 1682 angelegt, als sich die ersten jüdischen Familien nach den Vertreibungen im Mittelalter wieder in der Region niederlassen durften. Der älteste bekannte Grabstein stammt aus dem Jahr 1701. Er trägt, wie die anderen Grabmale aus dem 18. Jahrhundert, nur hebräische Schriftzeichen. Ab 1850 wird immer mehr die lateinische Schrift für die Grabinschriften verwendet.

Treffpunkt am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird  empfohlen.

Der Eintritt ist frei - Spenden werden erbeten.

 

 

DO 8. Nov. 20.00 Uhr : Vortrag 80 Jahre Novemberpogrom

Vortrag mit Dr. Heinrich Schwendemann, Akademischer Oberrat am Historischen Seminar an der Uni-Freiburg

 

Vor 80 Jahren, am 9. und 10. November 1938, wurden in der Ortenau und in ganz Deutschland hunderte Synagogen und zahlreiche Privat- und Geschäftshäuser demoliert oder niedergebrannt, etwa 400 Jüdinnen und Juden ermordet oder in den Freitod getrieben und in der Folge rund 30.000 weitere in Konzentrationslagern inhaftiert und misshandelt.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten.