Veranstaltungsprogramm Herbst 2014

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Gedenkfeier mit Vortrag zum 100. Todestag von Ludwig Frank

In Zusammenarbeit mit der SPD-Ortenau

Mittwoch, 3. September 2014, 19.00 Uhr im Heimethüs Nonnenweier gegenüber dem Rathaus

Dr. Walter Caroli MdL a.D. wird aus dem Leben und Wirken des aus Nonnenweier stammenden deutsch-jüdischen Reichstagsabgeordneten und badischen Führer des SPD Ludwig Frank berichten.

Ludwig Frank (1874-1914) vertrat die SPD im Badischen Landtag und im Reichstag. Er betätigte sich zudem als Organisator der sozialistischen Arbeiterjugendbewegung und entwickelte sich in der SPD zu einem Wortführer des süddeutschen Reformismus. Ihm lag daran, in den gegebenen staatlichen und öffentlichen Institutionen zusammen mit liberalen Politikern Verbesserungen für die Arbeiterschaft durchzusetzen. Besonderen Stellenwert hatte für Frank dabei die Beseitigung diskriminierender Wahlrechtsbestimmungen.

Am Vorabend des Ersten Weltkriegs bemühte er sich um eine Verständigung von Parlamentariern aus Frankreich und Deutschland. Auf seine Anregung luden schweizerische Parlamentarier zu einer deutsch-französischen Verständigungskonferenz nach Bern ein, die im Mai 1913 stattfand. Im August 1914, bei Kriegsausbruch, gehörte Frank schließlich zu den entschiedenen Verfechtern einer Burgfriedenspolitik. Er selbst meldete sich 31. August 1914 freiwillig zum Dienst an der Waffe und fiel vier Tage später am 2. September 1914 bei Bacarat in Lothringen.

 

 

Tag des offenen Denkmals - "Dies ist nichts anderes als das Haus Gottes"

zugleich der Europatag der jüdischen Kultur

Sonntag, 14. September, 14.00-18.00 Uhr

Unter dem Motto „Dies ist nichts anderes als das Haus Gottes" (Portalinschrift der Kippenheimer Synagoge) öffnen die katholische Gemeinde Kippenheim, die evangelische Gemeinde Kippenheim und der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim am Tag des Denkmals ihre Kirchen und die ehemalige Synagoge und erläutern das jeweils spezifische der drei Kippenheimer Gotteshäuser.

 

 

 

Konzert mit der Herbolzheimer Musikgruppe „Immoment“

Sonntag, 28. September, 17.00 Uhr

Die Lieder von Sanne Liedtke erzählen märchenhaft Geschichten. Sie singt und spielt gotische Harfe und wird begleitet von Wilfried Hanefeld am Kontrabass und von Raphael Kofi an der afrikanischen Trommel.

 

 

 

Gedenkkonzert zum 70. Todestag von Ilse Weber

Sonntag, 5. Oktober 2014, 17.00 Uhr

Das Konzert erinnert an die 1903 geborene deutsch-tschechische Schriftstellerin Ilse Weber. Bereits mit 14 Jahren schrieb sie Märchen und kleine Theaterstücke für Kinder. Am 6. Februar 1942 deportierten die Nationalsozialisten Ilse Weber wegen ihrer jüdischen Abstammung von Prag aus in das Ghetto Theresienstadt. Dort war sie als Oberschwester in der Kinderkrankenstube eingesetzt. Im Ghetto entstanden weitere Gedichte. Am 6. Oktober 1944 wurde sie im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet. Die Sängerin Barbara Höpler und der Gitarrist Tobias Kopf werden die neu arrangierten Lieder von Ilse Weber vortragen. Die Schauspielerin Petra Kopf liest und rezitiert aus Gedichten und Briefen.

 

 

 

Musik in der Synagoge - ein Kapitel deutscher Musikgeschichte im 19. Jahrhundert. Vortrag von Christoph Schwarz, Freiburg

Sonntag, 26. Oktober, 17.00 Uhr

Nachdem sich die synagogale Musik ohne Anlehnung an die europäische Kunstmusik entwickelt hat, verändert sich im Lauf des 19. Jahrhunderts die Musikpraxis in den Synagogen grundlegend. Vor allen Dingen in den städtischen Reformgemeinden folgte man einer neuen Musikpraxis, die von dem Landjudentum nur äußerst zögerlich übernommen wird. Aber auch dort ist der sich damals vollziehende politische und gesellschaftliche Wandel in den neuen Ordnungen des jüdischen Gottesdienstes deutlich spürbar.

 

Zahlreiche Musikbeispiele werden zu hören sein, darunter auch Kompositionen des Kantoren Albert Weill aus dem badischen Kippenheim. Von ihm sind zwei Vertonungen überliefert. Das ist als ein Glücksfall zu bezeichnen, denkt man an die allgemeine Quellenlage. Lässt sich doch an den Werken von Albert Weill ein interessantes und wichtiges Kapitel der deutschen Musikgeschichte darstellen.

 

 

 

Rundgang durch Schieheim auf den Spuren jüdischen Lebens

Dienstag 7. Oktober 2014, 17.00 Uhr, Treffpunkt vor der evangelischen Kirche in der Ortsmitte

Schmieheim bildete als Rabbinatsitz bis zum Ende des 19. Jahrhunderts den religiösen Mittelpunkt der Ortenauer Judenschaft. Der Rundgang führt unter anderem vorbei an der ehemaligen Synagoge, dem Rabbinatshaus und der Mikwe (Ritualbad). Bei einem Gang über den jüdischen Friedhof lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen. Er ist der größte jüdische Friedhof in Südbaden und birgt über 2500 Gräber.

 

 

Die deutsche Juden im Ersten Weltkrieg                                             Vortrag von Dr. Schwendemann, Uni-Freiburg

Sonntag 9. November 2014, 17.00 Uhr

Gleich zu Beginn des Kriegs riefen jüdische Vereinigungen in Deutschlands ihre Mitglieder dazu auf, sich nach allen Kräften für ihr Vaterland einzusetzen. 31.000 deutsche Soldaten jüdische Glaubens wurden auf Grund ihrer Tapferkeit mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet, 12 000 starben auf den Schlachtfeldern. Trotzdem gab es antisemitische Politiker, die behaupteten, dass, relativ zur jeweiligen Gesamteinwohnerzahl, weniger Juden an der Front dienten als Nichtjuden.

 

 

 

Die Kinder von Kippenheim - Vortrag von Jürgen Stude

Tag der Opfer des Nationalsozialismus - Dienstag, 27. Januar 2015, 19.00 Uhr

Der Kippenheimer Gursüberlebende Dr. Kurt Maier hat dem Förderverein ein Foto aus dem Jahr 1935 übergeben. Es handelt sich um ein Gruppenfoto, das alle jüdischen Kinder zeigt, die damals noch in Kippenheim lebten. Alle diese Kinder wurden in irgendeiner Weise Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung..