Veranstaltungsprogramm 2021

Bei allen Veranstaltungen Eintritt frei, Spenden werden erbeten

SO 5. September Europatag der jüdischen Kultur

Jeweils 14.00 h und 16.00 h :

Führungen durch die ehemalige Synagoge

Aufgrund ihres Erhaltungsgrades besitzt die Kippenheimer Synagoge einen besonderen architektur- und kulturgeschichtlichen Wert. 1852 eingeweiht, war sie die dritte Synagoge in der etwa 300-jährigen Geschichte der Kippenheimer Juden. In ihr spiegelt sich das wechselvolle Schicksal der Juden, von ihrer Emanzipation im 19. Jahrhundert, bis zu ihrer Vertreibung und Ermordung durch die nationalsozialistischen Machthaber. Die ehemalige Synagoge ist auch ein Spiegel des Umgangs mit der Verfolgungsgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg. 

 

 

SO 12. September 14.00 h : Tag des offenen Denkmals - Radtour auf den Spuren des Synagogenbauers Georg Schneider

Die etwa 15 Kilometer lange Tour beginnt mit einer Führung durch die ehemalige Synagoge KIppenheim. An den von dem Freiburger Architekten Georg Jakob Schneider erbautem Gebäude können alle Merkmale eines jüdischen Gotteshauses abgelesen werden. Erbaut wurde es 1852 von dem Freiburger Architekten Johann Georg Schneider, der etliche Synagoge in Südbaden geschaffen hat.

Weiter geht es auf den Spuren von Schneider nach Schmieheim zu der dortigen ehemaligen Synagoge, an deren Erweiterung er 1846 beteiligt war. An die ursprüngliche Bestimmung des   inmitten des ehemaligen jüdischen Viertels liegenden Gebäudes  erinnert noch die Westfassade mit den rundbögigen Sprossenfenstern. in der Nähe befindet das ehemalige Rabbinat Offenburg-Schmieheim, das auch als jüdische Schule diente. Beachtenswert ist auch die evangelische Kirche, deren Schiff um 1846 von Schneider entworfen wurde und eine Verwandtschaft mit seinen Synagogenbauten aufweist.

Am südlichen Ortsausgang von Schmieheim Richtung Wallburg liegt der 1682 gegründete jüdische Verbandsfriedhof. Von der nördlichen Mauer lässt sich der Friedhof auch von außen gut überblicken.

Am Altdorfer Segelflugplatz vorbei führt die Tour weiter zur 1867 eingeweihten Altdorfer Synagoge (Eugen-Lacroix-Str.2), auch sie ist ein Werk von Schneider. Einige interessante Details, wie die Reste des maurischen Portals und ein Segment der Wandmalerei sind im Inneren zu sehen. Hier endet die Tour.

 

Von Altdorf sind es nur wenige Kilometer zum Orschweierer Bahnhof bzw. zu Kippenheim. Rückkehr gegen 17 Uhr

 

SO 12. September, 19.00 h : Klezmer Lieder und Geschichten !

Chotsch aus Freiburg spielen Klezmer Musik, jiddische Lieder und erzählen Geschichten.

Die Verschmelzung der heiter ansteckenden Klezmer Musik und der melancholischen jiddischen Lieder mit den lustigen Typen und Begebenheiten aus „So zärtlich war Suleyken“ von Sigfried Lenz, ergänzen sich auf’s Beste. Humorvolle Geschichten vom Dorf treffen auf die mitreißende Musik der Schtetl. Die Texte: lebendig und clownesk erzählt. Die Musik: virtuos und abwechslungsreich gespielt.

 

Moise Schmidt: Gitarre, Gesang und Erzählung

Winfried Holzenkamp: Kontrabass

Robert Dietrich: Klarinette  

 

 

SO 19. September, 18.00 h : Konzert mit dem Trio Parlando

Das Trio Parlando spielt Musik jüdischer Komponisten aus drei Jahrhunderten

Ines Then-Bergh, Violine

Sebastian Wohlfarth, Viola

Gesine Queyras, Violoncello

 

mit Werken von:

Salomone Rossi,

Leo Weiner

und Hans Krasa

Kontakt: ehemaligesynagogekippenheim@web.de

 

 

 

FR 8. Oktober, 16.00 h : Führung durch das jüdische Schmieheim

In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zum Ritterkanton Ortenau gehörenden alten Dorf Schmieheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1940. Seit etwa 1777 amtierte ein Rabbiner dort, bis das Rabbinat für die südliche Ortenau 1893 nach Offenburg verlegt wurde. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1864 mit 580 Personen erreicht. (Hälfte der Gesamteinwohnerschaft). Etliche Gebäude, wie die ehemalige Synagoge oder das ehemalige Rabbinat und der am Orstrand gelegene alte jüdische Friedhof, zeugen von der reichen jüdischen Geschichte Schmieheims. Im Rahmen des Jubiläums der 1700-jährigen deutsch-jüdischen Geschichte laden wir gemeinsam mit der VHS-Außenstelle Kippenheim zu einer Führung durch das jüdische Schmieheim ein. Treffpunkt: Am Platz vor der evangelischen Kirche in der Ortsmitte von Schmieheim. Dauer ca. 90 Minuten

 

 

DI 19. Okt. 19.00 h : Die Deportation der badischen Jüdinnen und Juden am 22.10.1940

Der Vortrag von Jürgen Stude beleuchtet die Ereignisse und Reaktionen auf die Deportation in das Internierungslager Gurs in Südwestfrankreich 1940 und das weitere Schicksal der Deportierten, von denen viele in den Vernichtungslagern im Osten Europas ermordet wurden.  Der Fokus liegt auf der Perspektive der Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und ihrer Helfer; der Blick wird aber auch auf die Verantwortlichen für die Deportation gelenkt.

 

 

DI 9. Nov. 19.00 h : Mühen des Erinnerns - Vortrag von Karl Kopp

Ob Nationen, Orte oder Persönlichkeiten, das Erinnern macht uns Menschen Mühe. Schlimmes wird verdrängt, Gutes verklärt, Vieles vergessen. Dies führt uns Karl Kopp, der Autor des Buches „Das Kippenheimer Lied – eine badische Volksschule und ihre israelitischen Kinder“, mit seinem Vortrag „Mühe des Erinnerns“ vor Augen. Für den ehemaligen Rektor der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Kippenheim war das örtliche Archiv der Gemeinde die wichtigste Quelle für seine Recherchen. Entlang dieses Buches, das vom „Förderverein Ehemalige Synagoge herausgegeben wurde, vermittelt Karl Kopp konkrete Beispiele zu den „Mühen des Erinnerns“ aus 250 Jahren Kippenheimer Geschichte. Die Veranstaltung erfolgt an geschichts-trächtigem Ort und historischem Datum in Kooperation mit der Kippenheimer Außenstelle der VHS-Lahr und versteht sich auch als Appell gegen Antisemitismus.