Weitere Informationen: Jürgen Stude: juergen.stude@t-online.de / 07807-957612

                           JAHRESPROGRAMM 2019

Ausstellung "Das Anlitz des Anderen"

Der 1951 in Münster geborene und in Lahr lebende Fotograf Manfred Sickmann sucht für seine fotografischen Arbeiten immer neue Herausforderungen.

Für sein Projekt Das Antlitz des Anderen – eine fotografische Litanei für Respekt und Zuversicht“  porträtiert er 100 Männer und Frauen verschiedenen Alters.

 

Die bis Ende August 2019 gezeigte Auswahl von 24 Portraits bietet dem Schauenden die Möglichkeit, den Anderen zu sehen, von ihm gesehen zu werden und sich zu öffnen für das, was Menschen bereithalten: Beunruhigendes, Berührendes, Undurchdringliches.....

In Zeiten, in denen tagtäglich darum geworben wird, Positionen wider die Menschenwürde argumentativ zu verhandeln erscheint das fotografische Plädoyer für Respekt und Zuversicht wie eine Gegenrede, die Adornos Diktum aufgreift: „Liebe ist die Fähigkeit, Ähnliches an Unähnlichem wahrzunehmen.“

Aus Sickmanns Vorhaben, uns das Antlitz der Anderen zu zeigen, ist ein sozialkritisches Projekt geworden, das in der Tradition der Dokumentarfotografie steht, die sich auf gesellschaftskritische Weise mit der sozialen Realität auseinandersetzt. Und es ist ein Glaubensbekenntnis: Glauben an das friedensstiftende Potenzial von Fotokunst.

 

 

 

SO 1. Sept. 2019, 14.00 Uhr : Ein Denkmal wird wiederentdeckt - die Ehemalige Synagoge in den 1960er und 70er Jahren. Führung und Gespräch.

Anlässlich dem „Europatag der jüdischen Kultur“ öffnen am Sonntag, 1. September viele Gedenkstätten und Synagogen ihre Pforten. Der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim stellt an diesem Tag die 1960er und 1970er Jahre in den Mittelpunkt, als der damalige, von vielen als unwürdig empfundene Umgang mit dem Synagogengebäude  immer wieder heftig diskutiert wurde.

 

Um 14 Uhr führt Jürgen Stude durch das Synagogengebäude mit Schwerpunkt auf Nachkriegszeit, als die Synagoge als Warenlager genutzt wurde und erste Stimmen nach einer Umwidmung des Gebäudes in eine Gedenkstätte laut wurden. Erst mit dem Amtsantritt von Bürgermeister Willi Mathis 1977 kam Bewegung in den festgefahrenen Streit um das Schicksal des Baudenkmals, der erst durch den Kauf der ehemaligen Synagoge durch die Gemeinde Kippenheim  im Jahr 1983 seinen vorläufigen Abschluss fand. Die Führung schließt mit der Präsentation eines kurzen historischen Fernsehbeitrags des Norddeutschen Rundfunk aus dem Jahr 1965 in der Sendung „Panorama“, der die umstrittene Nutzung des Gebäudes thematisierte.

 

Gegen 15 Uhr folgt ein Gespräch mit dem Kippenheimer Altbürgermeister Bürgermeister Willy Matthis, dem Landtagsabgeordneten a. D. Dr. Walter Caroli und Norbert Krais vom Deutsch-Israelischen Arbeitskreis, die sich maßgeblich für die Rettung der Ehemaligen Synagoge eingesetzt hatten. Das Gespräch moderiert der Lahrer Historiker und Stadtarchivar Thorsten Mietzner.

 

 

 

SO 8. Sept. 2019, 17.00 Uhr : Konzert mit TonArt Kenzingen

Im Zentrum des Konzertes von Tonart „„םיכלמ - Könige“ steht der Komponist Salomone Rossi Hebreo aus Mantua, Hohelied-Vertonungen von Palestrina, Morley, Lechner u.a., Psalmen in hebräischer Sprache von Rossi und von Avi Faintoch, einem modernen israelischen Komponisten. Dazu liturgische Texte der Synagoge, ein paar jiddische Lieder aus dem Schtetl, polyphone Musik der Renaissance und des Frühbarocks. Der Titel des Konzertes „םיכלמ - Könige“ nimmt Bezug auf die beiden Haupt-Textlieferanten des Chores: König David, der Verfasser der Psalmen und sein Sohn König Salomo, der Dichter des Hohelieds.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten

 

 

 

DO 26. Sept. 2019, 19.00 Uhr : Gespräch mit Dr. Michael Blume

Gespräch mit dem „Antisemitismus-Beauftragten“ der Landesregierung in Baden-Württemberg.

 

74 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus in Deutschland ist Rassismus wieder aktuell geworden. „Selbst im schönen Baden-Württemberg mit niedriger Arbeitslosigkeit, funktionierenden Vereinen und Kirchen ist der Antisemitismus unter Einheimischen und muslimischen Einwan­derern wieder da“, sagte Dr. Michael Blume in einem Interview. Seit Anfang 2018 ist Dr. Michael Blume „Antisemitismus-Beauftragter“ der Landesregierung in Baden-Württemberg. Auch das Land Hessen hat einen solchen Beauftragten, ebenso die Bundesrepublik. Was können diese Stellen leisten, was nimmt sich der „Antisemitismus-Beauftragte“ für Baden-Württemberg vor? Angesichts der zunehmenden rassistischen und antisemitischen Ereignisse und Äußerungen soll ein Gespräch mit Dr. Blume die politischen Möglichkeiten in Baden-Württemberg und in der Bundesrepublik Deutschland ausloten. Welche Gegenwehr ist sinnvoll in Gesellschaften, in denen die Maßstäbe verschoben und antisemitische Maßnahmen auch von den Regierungen selbst gefördert werden?

 

Blume ist Religionswissen­schaftler und Referatsleiter für nichtchristliche Religionen im Staats­ministerium Baden-Württemberg. Er forscht, lehrt und veröffentlicht Bücher zu Fragen des christlich-islamischen Dialogs in Deutschland sowie zum Zusammenhang von Religion und Demografie sowie zur Entwicklung der Neurotheologie.

 

Eintritt frei - Spenden werden erbeten

 

 

 

MO 7. Oktober, 17.00 Uhr : Führung über den Schmieheimer Friedhof

Bei einem Gang über den jüdischen Friedhof von Schmieheim mit seinen über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen. Diese ehrwürdige Grabstätte wurde 1682 angelegt, als sich die ersten jüdischen Familien nach den Vertreibungen im Mittelalter wieder in der Region niederlassen durften. Der älteste bekannte Grabstein stammt aus dem Jahr 1701. Er trägt, wie die anderen Grabmale aus dem 18. Jahrhundert, nur hebräische Schriftzeichen. Ab 1850 wird immer mehr die lateinische Schrift für die Grabinschriften verwendet. Interessant sind die Symbole, die manche Grabsteine tragen. Sie verweisen auf die rituellen Aufgaben, denen die Verstorbenen nachgingen und auch über ihre Ämter im  jüdischen Gemeindeleben.

Treffpunkt am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird  empfohlen.

Der Eintritt ist frei - Spenden werden erbeten

 

 

 

SA 28. September, 19.00 Uhr : „Vielleicht“ - Konzert mit dem Lahrer Ensemble

Ausgangspunkt des Konzerts des Lahrer Ensemble ist das „Vielleichtlied“ von Bertold Brecht und Hanns Eisler, um das sich die weiteren Kompositionen und Improvisationen spannen.

 

Das Vielleichtlied

 

Vielleicht vergeht uns so der Rest der Jahre,

Vielleicht vergehn die Schatten, die uns störten,

Und die Gerüchte, die wir kürzlich hörten,

Die finster waren, waren nicht das Wahre!

Vielleicht, dass sie uns noch einmal vergessen,

So wie wir gern auch sie vergessen hätten?

Wir setzen uns vielleicht noch oft zum Essen.

Vielleicht sterben wir noch in unseren Betten?

Vielleicht, dass sie uns nicht verdammen, sondern loben?

Vielleicht gibt uns die Nacht sogar das Licht her,

Vielleicht bleibt dieser Mond

einst  voll und wechselt nicht mehr?

Vielleicht fällt Regen doch von unten nach oben?

Vielleicht fällt Regen doch von unten nach oben!

 

 

 

 

SO 13. Oktober, 13 Uhr : Von Juden und Christen …. Kulturgeschichtliche Rundwanderung Kippenheim – Schmieheim

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Wanderung dauert ca.4 Stunden

 

 

Information und Anmeldung: Jürgen Stude,

Tel. 07807-957612, juergen.stude@t-online.de

 

 

 

 

Sonntag, 27. Oktober, 17 Uhr : Trio Briósh

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit Musik von Astor Piazzolla, Giora Feidmann und Shostakovitsch - Klezmer, Tango und Muset

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SO 9. Februar 2020, 17 Uhr : Konzert mit chorus delicti und  Lorenz Stiegeler

BILD: Manfred Sickmann, Lahr

 

Singen gegen den Wahnsinn, gegen die Kälte, wenn die Angst uns lähmt.

Singen, weil noch nicht alles erklungen ist, weil Schönheit sich entfalten will

in jedem Werk, auf vielfältige Weise.

Alt und neu, vertraut und fremd, hier und dort

ertönt Gesang.

 

….so auch von „chorus delicti“:  authentisch und multikulturell mit Einflüssen aus afrikanischer und lateinamerikanischer Musik, europäischer Klassik und Volksmusik sowie Jazz und Pop. Lieder aus Lennie Bernstein’s Westside Story, Bertolt Brecht’s und Kurt Weill’s „Dreigroschen – Oper“, Songs von Sting, Elton John, Pharrell Williams, John Lennon, George Shearing, Astor Piazzola, Stevie Wonder u. a. Durchsichtig, mitunter schwebend, dann wieder erdig und bodenhaftend - je nach der Art des Liedes – interpretiert der Chor sein breites Repertoire und gestaltet es immer wieder neu.

chorus delicti  freut sich, Lorenz Stiegeler , den Crooner am Klavier,  für dieses Konzert gewonnen zu haben. Er ergänzt und bereichert den Abend  mit eigenen Songs, professionell und authentisch, zuweilen erinnernd an Billy Joel, Mose Allison oder Diana Krall.  Die Begegnung von Chor und Pianist im gemeinsamen Musizieren ist ein Höhepunkt des Abends.