JAHRESPROGRAMM 2018

Weitere Informationen: Jürgen Stude: juergen.stude@t-online.de / 07807-957612

 

 

 

SO 28. Oktober, 19.00 Uhr: Buchvorstellung  „Die jüdische Ortenau“

1933 existierten 14 jüdische Gemeinden auf dem Gebiet des heutigen Ortenaukreises. Jüdische Friedhöfe, Spuren des Juden-Deutschen im alemannischen Dialekt und vor allem die ehemalige Synagoge von Kippenheim - heute ein Gedenk-, Lern- und Begegnungsort - künden von dem früheren jüdischen Leben. Viele Aufsätze und Bücher sind in den letzten Jahren zu einzelnen Aspekten zur jüdischen Geschichte der Ortenau veröffentlicht worden. Was bislang fehlte, ist eine Gesamtübersicht, der die vielfältigen Forschungsergebnisse für eine breite Leserschaft zusammenführt. Immer wieder wurde an den „Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim e. V.“ die Bitte herangetragen, einen solchen Überblick zu schaffen. Mit dem vorliegenden Buch „Juden in der Ortenau“ kommt er diesem Wunsch nach. Das Buch ist im Bühler Verlag punktgenau erschienen, es umfasst ca. 350 Seiten und ist reich bebildert. Das Buch kostet 20 €.

 

Die Autoren dieses Buches, Dieter Petri, Bernd Rottenecker und Jürgen Stude, alle aktive Mitglieder des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim e. V., nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch dazu beitragen, die Erinnerung an die Ortenauer Juden und das an ihnen verübte Unrecht wach zu halten. Erinnern tut not – umso mehr in einer Zeit der grassierenden Geschichtsvergessenheit und der Zunahme antisemitischer Hetze und rechtsradikaler Übergriffe auf Juden und Migranten!

Eintritt frei

 

 

DO 8. Nov. 20.00 Uhr : Vortrag 80 Jahre Novemberpogrom

Vortrag mit Dr. Heinrich Schwendemann, Akademischer Oberrat am Historischen Seminar an der Uni-Freiburg

 

Vor 80 Jahren, am 9. und 10. November 1938, wurden in der Ortenau und in ganz Deutschland hunderte Synagogen und zahlreiche Privat- und Geschäftshäuser demoliert oder niedergebrannt, etwa 400 Jüdinnen und Juden ermordet oder in den Freitod getrieben und in der Folge rund 30.000 weitere in Konzentrationslagern inhaftiert und misshandelt.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten.

 

 

 

SO 11 Nov. 17 Uhr : Konzert Offenburger Kammer-Ensemble

Konzert anlässlich des 80. Jahrestages der Deportation

 

Das Offenburger Kammer-Ensemble wird Stücke der Komponisten Felix Mendelssohn, Eric Satie, Arnold Schönberg und Gideon Klein sowie von dem aus Kippenheim stammenden Kantoren Albert Weill aufführen.

 

Eintritt frei - Spenden werden erbeten.

 

Nach dem Novemberpogrom ließen die Nationalsozialisten die Zehngebotetafel vom Giebel der Synagoge stürzen.

 

 

 

                                P R O G R A M M    2019

SO 7. April 2019, 17.00 Uhr : Rivka Holaender: Das Alte Testament verstehen. Mit einer Jüdin die Bibel lesen

Juden nennen das Alte Testament Tenach. Es ist die hebräische Bibel. Sie ist Juden und Christen gemeinsam, wobei die Verständnisweisen manchmal sehr unterschiedlich ausfallen. Für das christliche Verstehen der Texte kann die jüdische Auslegung interessante Horizonte öffnen. Wer sich mit der Jüdin Rivka Hollaender auf einen solchen Entdeckungsweg machen will, ist an den Sonntagabenden herzlich willkommen - welcher Religion oder Konfession er oder sie selbst auch angehört. Hebräischkenntnisse sind nicht erforderlich.

 

Die Teilnehmerinnen werden gebeten, eine Bibel mitzubringen.

Leitung: Rivka Hollaender, Lehrbeauftragte für Judaistik an der Ev. Hochschule Freiburg.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten

 

MI 17. April 2019, 19 Uhr : Vortrag: Max Joseph Metzger

anlässlich des 75. Todestages des katholischen Märtyrers Pfarrer Max Joseph Metzger (1887-1944)

 

Dr. Christian Heß, Regens des Erzbischöflichen Priesterseminars Collegium Borromaeum, berichtet über das Leben des Geistlichen Max Josef Weber und über dessen christlich geprägtes Friedensengagement. Die Nationalsozialisten ließen den überzeugte Pazifisten am 17. April 1944 hinrichten.

 

Dr. Heß hat in seinem Buch "Ohne Christus, ohne tiefstes Christentum ist Krieg" das kirchlich-gesellschaftliche Engagement von Max Josef Metzgers beschrieben und sich intensiv mit dessen Leben auseinandergesetzt. Er wird in seinem Vortrag auch auf Metzgers Verhältnis zu den Juden eingehen.

Dr. Heß kommt auf gemeinsame Einladung der Seelsorgeeinheit Kippenheim und dem Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim e. V. nach Kippenheim. Die Mutter des Märtyrers, Anna, geb. Gänshirt, stammte aus Kippenheim.

 

Eintritt frei - Spenden werden erbeten

 

 

SO 5. Mai 2019, 10.-16. Uhr : Exkursion nach Straßburg

Die Exkursion wird geleitet von dem Kehler Literaturwissenschaftler Dr. Stefan Woltersdorff.

 

Die jüdische Gemeinde von Straßburg zählt zu den ältesten und bedeutenden Europas. Der Streifzug führt an Orte einer 1000-jährigen Geschichte: in die mittelalterliche Judengasse mit ihrer wieder entdeckten Mikwe, vorbei am Ort der 1940 von badischen Hitlerjungen in Brand gesteckten Synagoge und schließlich ins jüdische Viertel der Gegenwart, rund um die Friedensynagoge. Texte jüdischer Autoren, die sich hier aufgehalten haben, dienen als Leitfaden. Der Bogen reicht von Heinrich Heine über Claude Vigée bis zu Barbara Honigmann.

 

 

 

Das mittelalterliche Ritualbad in Straßburg

 

 

 

mI 19. Juni, 19. oder 20.00 Uhr: Konzert mit Adafina

Adafina- der traditionelle Shabbateintopf der spanischsprechenden Juden ist Namensgeber und Inspiration des Duos. Zutaten sind die unkonventionelle Besetzung Akkordeon ,Flöten, Hackbrett, Marimbaphon, Vibraphon und Percussion. Gewürzt wird mit der ungewöhnlichen Kombination von Klezmer, Tango, barocker Klangwelt und afroamerikanischer Musik.

So entsteht ein würziger Eintopf, der alle Geschmackssinne berührt – eine musikalische Delikatesse mit Geschmacksexposionsgarantie!

 

Eintritt frei - Spenden weren erbeten

 

 

 

SO 30. Juni. 10.00 Uhr : Radtour Jüdischer Kulturweg

Radtour zwischen Offenburg und Kippenheim

 

Die südliche Ortenau war eines der jüdischen Zentren Badens.. Von diesem einst reichen jüdischen Leben zeugen heute noch ehemalige Synagogen und jüdische Friedhöfe aber auch hebräische und jiddische Wörter im Alemannischen und bauliche Spuren in den sogenannten „Judendörfern“ zwischen Offenburg und Ettenheim. Besucht werden u. a. die Offenburger Mikwe, der Diersburger „Judenfriedhof“ und die ehemalige Synagoge Kippenheim. Die Tour ist Teil des geplanten „Jüdischen Kulturwegs am Oberrhein“, der bedeutende Stätten des Judentums entlang des Rheins verbinden soll. Veranstalter der Tour sind die Offenburger Gedenkstätte Salmen/ Museum im Ritterhaus und der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim. Die Radtour startet am 23. September in Offenburg 10.00 Uhr. Treffpunkt ist der Parkplatz vor dem Museum im Ritterhaus. Unterwegs wird eine Vesperpause in Friesenheim eingelegt. Die Tour endet gegen 16.30 Uhr in Schmieheim. Rückfahrt in Eigenregie oder mit dem Zug über den Bahnhof Orschweier bzw. Lahr. Die Teilnahme ist kostenlos. Männer werden gebeten eine Kopfbedeckung mitzubringen. Anmeldung und Information Tel.: 0781/ 82 25 77 oder bei Jürgen Stude 07807-957612; juergen.stude@t-online.de

 

 

SO 8. Sept. 2019, 17.00 Uhr : Konzert mit TonArt Kenzingen

Im Zentrum des Konzertes von Tonart „„םיכלמ - Könige“ steht der Komponist Salomone Rossi Hebreo aus Mantua, Hohelied-Vertonungen von Palestrina, Morley, Lechner u.a., Psalmen in hebräischer Sprache von Rossi und von Avi Faintoch, einem modernen israelischen Komponisten. Dazu liturgische Texte der Synagoge, ein paar jiddische Lieder aus dem Schtetl, polyphone Musik der Renaissance und des Frühbarocks. Der Titel des Konzertes „םיכלמ - Könige“ nimmt Bezug auf die beiden Haupt-Textlieferanten des Chores: König David, der Verfasser der Psalmen und sein Sohn König Salomo, der Dichter des Hohelieds.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten.

 

 

 

SO 15. Sept. 2019 : Gespräch mit Dr. Michael Blume

Gespräch mit dem „Antisemitismus-Beauftragten“ der Landesregierung in Baden-Württemberg.

 

73 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus in Deutschland ist Rassismus wieder aktuell geworden. „Selbst im schönen Baden-Württemberg mit niedriger Arbeitslosigkeit, funktionierenden Vereinen und Kirchen ist der Antisemitismus unter Einheimischen und muslimischen Einwan­derern wieder da“, sagte Dr. Michael Blume (Bild: Land BW)  in einem Interview. Seit Anfang 2018 ist Dr. Michael Blume „Antisemitismus-Beauftragter“ der Landesregierung in Baden-Württemberg. Auch das Land Hessen hat einen solchen Beauftragten, ebenso die Bundesrepublik. Was können diese Stellen leisten, was nimmt sich der „Antisemitismus-Beauftragte“ für Baden-Württemberg vor? Angesichts der zunehmenden rassistischen und antisemitischen Ereignisse und Äußerungen soll ein Gespräch mit Dr. Blume die politischen Möglichkeiten in Baden-Württemberg und in der Bundesrepublik Deutschland ausloten. Welche Gegenwehr ist sinnvoll in Gesellschaften, in denen die Maßstäbe verschoben und antisemitische Maßnahmen auch von den Regierungen selbst gefördert werden?

 

Blume ist Religionswissen­schaftler und Referatsleiter für nichtchristliche Religionen im Staats­ministerium Baden-Württemberg. Er forscht, lehrt und veröffentlicht Bücher zu Fragen des christlich-islamischen Dialogs in Deutschland sowie zum Zusammenhang von Religion und Demografie sowie zur Entwicklung der Neurotheologie.

 

Eintritt frei - Spenden werden erbeten.