DO 19. Okt., 20 Uhr : Eine jüdische Kindheit in Kippenheim

Vortrag mit Kurt Salomon Maier

 

Der 1930 in Kippenheim geborene Kurt Salomon schildet das jüdische Leben in seinem geliebten Heimatdorf im Schatten der NS-Verfolgungen. Er ist einer der letzten Zeitzeugen, die die Deportation nach Gurs überlebt haben.

 

Eintritt frei - Spenden werden erbeten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SO 22. Okt. 17 Uhr: Die Erinnerungsarbeit von Beate und Serge Klarsfeld - Vortrag von Norbert Klein

 

Neben Simon Wiesenthal dürfte das Ehepaar Klarsfeld die meisten Holocaust-Täter des Hitlerregimes aufgespürt haben. Serge Klarsfeld, der als Kind die Judenverfolgung in Frankreich in einem Versteck überlebt hatte stellte sich gemeinsam mit seiner deutschen Frau Beate die Lebensaufgabe, möglichst viele untergetauchte NS-Verbrecher vor Gericht zu bringen. Beate Klarsfeld kam 1968 in die Schlagzeilen, weil sie den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger als Nazi bezeichnete und wegen seiner NS-Vergangenheit in der Berliner Kongresshalle ohrfeigte.

Beate und Serge Klarsfeld gelang es trotzt erheblicher Widerstände aussagekräftige Beweise gegen Kurt Lischka zusammenzutragen, der als Befehlshaber der Sicherheitspolizei im besetzten Paris mehr als 73.000 Juden in das KZ Auschwitz bringen ließ. Ein Kölner Gericht verurteilte Lischka 1979 zu zehn Jahren Haft. Dank der Recherchen des Ehepaares Klarsfeld erhielt 1987 Klaus Barbie Lebenslänglich wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das Gericht bezichtigte den „Schlächter von Lyon“ unter anderen der Verschleppung von 44 jüdischen Kindern aus dem Kinderheim Izieu in ein Vernichtungslager. Beate und Serge Klarsfeld erhielten für ihr Wirken in Israel höchste Auszeichnungen, 2016 verlieh ihnen Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz.

Neben der Darstellung des Wirkens des Ehepaars Klarsfeld berichtet Norbert Klein auch über ihre Recherchearbeit, die auch für die Erforschung der jüdischen Schicksale aus der Ortenau von Bedeutung sind.

 

 

MI 25. Okt. 10.30 Uhr : Film "Ein neues Leben in der Ferne“

Anlass ist der Filmvorführung ist der Besuch der Gedenkstätte des Anne-Frank-Gymnasiums Rheinau, das mit dem Förderverein im Rahmen einer Bildungspartnerschaft verbunden ist.

 

Der 45 Minuten dauernde Film wurde von Professor Robert Gücker und Daniela Schaffart von der Hochschule Offenburg gedreht. Er porträtiert den aus Kippenheim stammenden Kurt Salomon Maier, der bei der Filmpremiere anwesend sein wird, sowie die Kippenheimerin Inge Auerbacher und die Offenburgerin Eva Mendelsson. Kurt Salomon Maier und Eva Mendelsson mussten am 22. Oktober 1940 mit ihren Angehörigen den Zug nach Südwestfrankreich in das Lager Gurs antreten. Die Familie Maier hatte Glück und konnte 1941 das Lager verlassen und in die USA emigrieren. Eva Mendelsson und ihre Schwester wurden von einem jüdischen Hilfswerk gerettet. Inge Auerbacher überlebte drei Jahre Theresienstadt. Heute leben Inge Auerbacher in New York, Eva Mendelsson in London und Kurt Salomon Maier in Washington DC. Nach einem historischen Einblick in die Zeit von Ausgrenzung und Verfolgung im Dritten Reich legt der Film den Fokus auf das heutige Leben der Zeitzeugen und ihrem Verhältnis zu der Vergangenheit. Wie geht es ihnen heute? Gerettet und doch nicht gerettet - weil die Erinnerung an Deportation und Lager immer präsent ist? Fühlen und denken sie immer noch deutsch nach über 70 Jahren oder sind sie ganz angekommen in ihrer neuen Heimat? Im Anschluss an die Filmvorführung stellen sich Kurt Salomon Maier und die Filmemacher den Fragen des Publikums.<< Neues Bild mit Text >>