Weitere Informationen: Jürgen Stude: juergen.stude@t-online.de / 07807-957612

                           JAHRESPROGRAMM 2019

SO 7. April 2019, 17.00 Uhr : Rivka Holaender: Das Alte Testament verstehen. Mit einer Jüdin die Bibel lesen

Juden nennen das Alte Testament Tenach. Es ist die hebräische Bibel. Sie ist Juden und Christen gemeinsam, wobei die Verständnisweisen manchmal sehr unterschiedlich ausfallen. Für das christliche Verstehen der Texte kann die jüdische Auslegung interessante Horizonte öffnen. Wer sich mit der Jüdin Rivka Hollaender auf einen solchen Entdeckungsweg machen will, ist herzlich willkommen - welcher Religion oder Konfession er oder sie selbst auch angehört. Hebräischkenntnisse sind nicht erforderlich.

 

Die Teilnehmerinnen werden gebeten, eine Bibel mitzubringen.

Leitung: Rivka Hollaender, Lehrbeauftragte für Judaistik an der Ev. Hochschule Freiburg.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten

 

MI 17. April 2019, 19 Uhr : Vortrag: Max Joseph Metzger

zum 75. Todestag von Pfarrer Max Joseph Metzger (1887-1944)

 

Dr. Christian Heß, Regens des Erzbischöflichen Priesterseminars Collegium Borromaeum, berichtet über das Leben des Geistlichen Max Josef Metzger und über dessen christlich geprägtes Friedensengagement. Die Nationalsozialisten ließen den überzeugte Pazifisten am 17. April 1944 hinrichten.

 

Dr. Heß hat in seinem Buch "Ohne Christus, ohne tiefstes Christentum ist Krieg" das kirchlich-gesellschaftliche Engagement von Max Josef Metzgers beschrieben und sich intensiv mit dessen Leben auseinandergesetzt. Er wird in seinem Vortrag auch auf Metzgers Verhältnis zu den Juden eingehen.

Dr. Heß kommt auf gemeinsame Einladung der Seelsorgeeinheit Kippenheim und dem Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim e. V. nach Kippenheim. Die Mutter des Märtyrers, Anna, geb. Gänshirt, stammte aus Kippenheim.

 

Eintritt frei - Spenden werden erbeten

 

 

SO 5. Mai 2019, 10.-16 Uhr : Exkursion nach Straßburg

Die Exkursion wird geleitet von dem Kehler Literaturwissenschaftler Dr. Stefan Woltersdorff.

 

Der Streifzug führt an Orte einer 1000-jährigen Geschichte: In die mittelalterliche Judengasse mit ihrer wieder entdeckten Mikwe, vorbei am Ort der 1940 von badischen Hitlerjungen in Brand gesteckten Synagoge und schließlich ins jüdische Viertel der Gegenwart, rund um die Friedensynagoge.

Texte jüdischer Autoren, die sich hier aufgehalten haben, dienen als Leitfaden. Der Bogen reicht von Heinrich Heine über Claude Vigée bis zu Barbara Honigmann.

Treffpunkt Bahnhof Kehl. Wir fahren mit der Tram nach Straßburg.

 

 

Das mittelalterliche Ritualbad in Straßburg

 

 

 

 

SO 19. Mai, 19.00 Uhr : Konzert "Of Cabbages and Kings"

Mit virtuosem Genuss zelebrieren "Of Cabbages and Kings" die Unterschiedlichkeit ihrer Stimmen und musikalischen Einflüsse, erfinden kompositorisch facettenreich komplett Neues – Neo A Cappella. Jede der vier Jazzsängerinnen fasziniert schon für sich. In der Formation lassen sie einander Raum, bilden immer neue Variationen für die gelungene Balance von Solo- und Ensemblegesang, schaffen die Quadratur des Kreises, den Zauber der menschlichen Stimme zu vervierfachen. Vom gesprochenen Wort zu subtilen Harmonien, von popmusikalischen Charakteren zu abstrakten Dissonanzen, zerbrechlich leise bis kraftvoll laut. Im Dezember 2018 veröffentlichen sie ihr Debut Album "Aura" bei KLAENGrecord.

 

Eintritt frei - Spenden werden erbeten

 

 

DO 6. Juni, 18.00 Uhr : Führung über den Schmieheimer Friedhof

Bei einem Gang über den jüdischen Friedhof von Schmieheim mit seinen über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen. Diese ehrwürdige Grabstätte wurde 1682 angelegt, als sich die ersten jüdischen Familien nach den Vertreibungen im Mittelalter wieder in der Region niederlassen durften. Der älteste bekannte Grabstein stammt aus dem Jahr 1701. Er trägt, wie die anderen Grabmale aus dem 18. Jahrhundert, nur hebräische Schriftzeichen. Ab 1850 wird immer mehr die lateinische Schrift für die Grabinschriften verwendet. Interessant sind die Symbole, die manche Grabsteine tragen. Sie verweisen auf die rituellen Aufgaben, denen die Verstorbenen nachgingen und auch über ihre Ämter im  jüdischen Gemeindeleben.

Treffpunkt am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird  empfohlen.

Der Eintritt ist frei - Spenden werden erbeten

 

 

MI 19. Juni, 19. Uhr: Konzert mit Adafina

Adafina- der traditionelle Shabbateintopf der spanischsprechenden Juden ist Namensgeber und Inspiration des Duos. Zutaten sind die unkonventionelle Besetzung Akkordeon ,Flöten, Hackbrett, Marimbaphon, Vibraphon und Percussion. Gewürzt wird mit der ungewöhnlichen Kombination von Klezmer, Tango, barocker Klangwelt und afroamerikanischer Musik.

So entsteht ein würziger Eintopf, der alle Geschmackssinne berührt – eine musikalische Delikatesse mit Geschmacksexplosionsgarantie!

 

Eintritt frei - Spenden werden erbeten

 

 

 

SO 30. Juni. 10.00 Uhr : Radtour Jüdischer Kulturweg

Radtour zwischen Offenburg und Kippenheim

 

Die südliche Ortenau war eines der jüdischen Zentren Badens.. Von diesem einst reichen jüdischen Leben zeugen heute noch ehemalige Synagogen und jüdische Friedhöfe aber auch hebräische und jiddische Wörter im Alemannischen und bauliche Spuren in den sogenannten „Judendörfern“ zwischen Offenburg und Ettenheim. Besucht werden u. a. die Offenburger Mikwe, der Diersburger „Judenfriedhof“ und die ehemalige Synagoge Kippenheim. Die Tour ist Teil des geplanten „Jüdischen Kulturwegs am Oberrhein“, der bedeutende Stätten des Judentums entlang des Rheins verbinden soll. Veranstalter der Tour sind die Offenburger Gedenkstätte Salmen/ Museum im Ritterhaus und der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim.

Treffpunkt ist der Parkplatz vor dem Museum im Ritterhaus. Unterwegs wird eine Vesperpause in Friesenheim eingelegt (Besuch eines Cafés). Die Tour endet gegen 16.30 Uhr in Schmieheim. Rückfahrt in Eigenregie oder mit dem Zug über den Bahnhof Orschweier bzw. Lahr. Die Teilnahme ist kostenlos. Männer werden gebeten eine Kopfbedeckung mitzubringen. Anmeldung und Information Tel.: 0781/ 82 25 77 oder bei Jürgen Stude 07807-957612; juergen.stude@t-online.de

 

 

 

SO 7. Juli, 11.00 Uhr : Vernissage: "Das Anlitz des Anderen"

Der 1951 in Münster geborene und in Lahr lebende Fotograf Manfred Sickmann sucht für seine fotografischen Arbeiten immer neue Herausforderungen.

Für sein Projekt Das Antlitz des Anderen – eine fotografische Litanei für Respekt und Zuversicht“  porträtiert er 100 Männer und Frauen verschiedenen Alter. Die Vernisage wird mitgestaltet von den Sängern und Sängerinnen des "Chorus Delicti"

 

Die in der Ausstellung gezeigte Auswahl von 24 Portraits bietet dem Schauenden die Möglichkeit, den Anderen zu sehen, von ihm gesehen zu werden und sich zu öffnen für das, was Menschen bereithalten: Beunruhigendes, Berührendes,   Undurchdringliches.....

In Zeiten, in denen tagtäglich darum geworben wird, Positionen wider die Menschenwürde argumentativ zu verhandeln erscheint das fotografische Plädoyer für Respekt und Zuversicht wie eine Gegenrede, die Adornos Diktum aufgreift: „Liebe ist die Fähigkeit, Ähnliches an Unähnlichem wahrzunehmen.“

Aus Sickmanns Vorhaben, uns das Antlitz der Anderen zu zeigen, ist ein sozialkritisches Projekt geworden, das in der Tradition der Dokumentarfotografie steht, die sich auf gesellschaftskritische Weise mit der sozialen Realität auseinandersetzt. Und es ist ein Glaubensbekenntnis: Glauben an das friedensstiftende Potenzial von Fotokunst.

 

 

 

SO 8. Sept. 2019, 17.00 Uhr : Konzert mit TonArt Kenzingen

Im Zentrum des Konzertes von Tonart „„םיכלמ - Könige“ steht der Komponist Salomone Rossi Hebreo aus Mantua, Hohelied-Vertonungen von Palestrina, Morley, Lechner u.a., Psalmen in hebräischer Sprache von Rossi und von Avi Faintoch, einem modernen israelischen Komponisten. Dazu liturgische Texte der Synagoge, ein paar jiddische Lieder aus dem Schtetl, polyphone Musik der Renaissance und des Frühbarocks. Der Titel des Konzertes „םיכלמ - Könige“ nimmt Bezug auf die beiden Haupt-Textlieferanten des Chores: König David, der Verfasser der Psalmen und sein Sohn König Salomo, der Dichter des Hohelieds.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten

 

 

 

DO 26. Sept. 2019, 19.00 Uhr : Gespräch mit Dr. Michael Blume

Gespräch mit dem „Antisemitismus-Beauftragten“ der Landesregierung in Baden-Württemberg.

 

74 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus in Deutschland ist Rassismus wieder aktuell geworden. „Selbst im schönen Baden-Württemberg mit niedriger Arbeitslosigkeit, funktionierenden Vereinen und Kirchen ist der Antisemitismus unter Einheimischen und muslimischen Einwan­derern wieder da“, sagte Dr. Michael Blume in einem Interview. Seit Anfang 2018 ist Dr. Michael Blume „Antisemitismus-Beauftragter“ der Landesregierung in Baden-Württemberg. Auch das Land Hessen hat einen solchen Beauftragten, ebenso die Bundesrepublik. Was können diese Stellen leisten, was nimmt sich der „Antisemitismus-Beauftragte“ für Baden-Württemberg vor? Angesichts der zunehmenden rassistischen und antisemitischen Ereignisse und Äußerungen soll ein Gespräch mit Dr. Blume die politischen Möglichkeiten in Baden-Württemberg und in der Bundesrepublik Deutschland ausloten. Welche Gegenwehr ist sinnvoll in Gesellschaften, in denen die Maßstäbe verschoben und antisemitische Maßnahmen auch von den Regierungen selbst gefördert werden?

 

Blume ist Religionswissen­schaftler und Referatsleiter für nichtchristliche Religionen im Staats­ministerium Baden-Württemberg. Er forscht, lehrt und veröffentlicht Bücher zu Fragen des christlich-islamischen Dialogs in Deutschland sowie zum Zusammenhang von Religion und Demografie sowie zur Entwicklung der Neurotheologie.

 

Eintritt frei - Spenden werden erbeten

 

 

 

MO 7. Oktober, 17.00 Uhr : Führung über den Schmieheimer Friedhof

Bei einem Gang über den jüdischen Friedhof von Schmieheim mit seinen über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen. Diese ehrwürdige Grabstätte wurde 1682 angelegt, als sich die ersten jüdischen Familien nach den Vertreibungen im Mittelalter wieder in der Region niederlassen durften. Der älteste bekannte Grabstein stammt aus dem Jahr 1701. Er trägt, wie die anderen Grabmale aus dem 18. Jahrhundert, nur hebräische Schriftzeichen. Ab 1850 wird immer mehr die lateinische Schrift für die Grabinschriften verwendet. Interessant sind die Symbole, die manche Grabsteine tragen. Sie verweisen auf die rituellen Aufgaben, denen die Verstorbenen nachgingen und auch über ihre Ämter im  jüdischen Gemeindeleben.

Treffpunkt am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird  empfohlen.

Der Eintritt ist frei - Spenden werden erbeten