Veranstaltungsprogramm 2022

Ausstellung „Es ist normal verschieden zu sein"

Gruppenausstellung des Offenen Ateliers Lahr in der Ehemaligen Synagoge Kippenheim

 

Das Offene Atelier Lahr ist ein Kunstprojekt von Menschen mit und ohne Psychiatrieerfahrung. Es bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, ihre individuellen schöpferischen Potentiale zur Entfaltung zu bringen. Im Unterschied zu kunsttherapeutischen Angeboten handelt es sich bei diesem Projekt um ein offenes Atelier, in dem sich die Künstlerinnen und Künstler selbst organisieren und sich frei betätigen. Das Atelier ist ein Raum, in dem künstlerisches Schaffen gleichwertig neben der Pflege von Kontakten und Beziehungen steht. Die dort geschaffenen Werke werden regelmäßig in Ausstellungen präsentiert, sie können auch gekauft oder gemietet werden.

 

Die Künstlergruppe der Reha Offenburg "Wenn die Seele spricht" arbeitet schon seit vielen Jahren zusammen. Dabei hat sich das Kunstatelier zu einem Zentrum der Begegnung entwickelt, auch für externe Besucher. Die Teilnehmenden bringen sich nach ihren jeweiligen Möglichkeiten und Stärken ein, was auch zu einer deutlichen Entwicklung in Stil und Ausführung führte. Das kreative Schaffen erfolgt in gegenseitigem Miteinander und auf Augenhöhe.

Die Ausstellung ist geöffnet an den Mai-Sonntagen von 14 bis 17 Uhr

 

 

Sonntag, 15. Mai, 17 h : „ Ich bin in Sehnsucht eingehüllt“ mit Liedern nach Gedichten von Selma Meerbaum-Eisinger

Sonntag, 15. Mai, 17 Uhr: Konzert mit Liedern von Selma Meerbaum-Eisinger in der Ehemaligen Synagoge Kippenheim

Der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim lädt am Sonntag, 15. Mai um 17 Uhr zu einem musikalischen Nachmittag in die ehemalige Synagoge ein. Das Konzert trägt der Titel „ Ich bin in Sehnsucht eingehüllt“, im Mittelpunkt stehen Lieder nach Gedichten von Selma Meerbaum-Eisinger. Der Ortenauer Musiker Wolfgang Joho hat zu Texten der berühmten jüdischen Lyrikerin (u.a. „Schlaflied“, „Regen“, etc.) Kompositionen von filigraner Schönheit geschaffen. Die einfühlsamen  Musikstücke interpretieren die berührenden Gedichte der in der Shoa so jung um ihr Leben gebrachten Autorin. Am 5. Februar 1924 in Czernowitz (Rumänien) geboren, schrieb Selma Meerbaum-Eisinger ab 1939 ihre Gedichte, die von Sehnsucht, Liebe, Angst und Hoffnung erzählen.

Auf abenteuerliche Weise konnten 57 Gedichte dieser beeindruckenden jungen Frau gerettet werden. Selma Meerbaum-Eisingers Werk zählt mittlerweile zur Weltliteratur und gehört, neben den Gedichten Rose Ausländers und Paul Celans, zum literarischen Erbe der ausgelöschten deutsch-jüdischen Kultur der Bukowina. Gesungen werden die Musikstücke von Ursula Vetter (Sopran), die Rezitation liegt in den Händen von Clara Börger. Tatjana Schlegel (Flügel) und Wolfgang Joho (Viola und Violine) umrahmen mit Werken von Jules Massenet, Gabriel Fauré, Johann Sebastian Bach, John Williams, Eugène Bozza und John Rutter. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

 

Sonntag 12. Juni, 15 h : Führung über den jüdischen Friedhof Schmieheim

Bei einem Gang über den jüdischen Friedhof bei Schmieheim mit seinen über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen.

 

Die ehrwürdige Grabstätte wurde 1682 angelegt, als sich die ersten jüdischen Familien nach den Vertreibungen im Mittelalter wieder in der Region niederlassen durften. Die zu verschiedenen Zeiten angelegten Teile des Friedhofes mit ihrer unterschiedlichen Grabgestaltung spiegeln eindrücklich die jeweilige gesellschaftliche Stellung der Juden wider. Bei der Führung wird auf die auf vielfältigen Symbole und Inschriften auf den Grabsteinen eingegangen. Bei einigen Verstorbenen ist auch ihr Schicksal zur Zeit des Nationalsozialismus bekannt und wird ebenfalls Teil der Führung mit Bärbel Heer sein. Treffpunkt ist am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird  empfohlen.

 

 

Dienstag 21. Juni, 18.30 h :  Vortrag : „Die wirtschaftliche Ausbeutung der Juden im Nationalsozialismus in Karlsruhe und Kippenheim.

Dr. Marco Wottge unterrichtet an der Tulla-Realschule in Karlsruhe. Mit einem Promotionsstipendium der Stadt Karlsruhe erforschte er von 2015 bis 2019 die 'Arisierung' in Karlsruhe.

 

Der Begriff "Arisierung" bezeichnet die Verdrängung von Jüdinnen und Juden aus dem Wirtschafts- und Erwerbsleben sowie die Enteignung, den Diebstahl und den Raub ihres geschäftlichen und privaten Eigentums in ihrer ganzen Vielschichtigkeit.

 

Marco Wottge beschreibt in seinem Vortrag ebenso Ablauf und Umfang dieser Maßnahmen wie die Akteure und die Profiteure. Es begann mit der Verdrängung von Jüdinnen und Juden aus dem öffentlichen Dienst und aus den freien Berufen im Gesundheits- und im Rechtspflegesektor und setzte sich mit ihrer Verdrängung aus der Wirtschaft fort. Die "Arisierung" gipfelte in der Übernahme oder zwangsweisen Schließung "jüdischer Unternehmen" sowie der Aneignung der Grundstücke und Häuser von Jüdinnen und Juden. Auswanderungswillige beziehungsweise aus Deutschland Vertriebene wurden zuvor durch Abgaben und Steuern ausgeplündert, und schließlich wurde das Hab und Gut derjenigen, die deportiert wurden, zugunsten des Deutschen Reiches eingezogen.

 

 

 

Sonntag, 26. Juni, 17 h : Konzert mit dem Jiddisch-Chor „Lomir Zingen" aus Strasbourg

Der Straßburger „Lomir Zingen“ (Laßt uns singen), wurde 2012 von Astrid Ruff gegründet. Die Chorleiterin ist in Casablanca in einer aschkenasisch-jüdischen Familie geboren zog aber als Kind mit ihrer Familie nach Straßburg. Der Vater war elsässischer Herkunft, die Mutter entstammte einer deutschsprachigen Familie aus Galizien. Der aus jüngeren und älteren Sängerinnen und Sänger zusammengesetzte Chor versteckt sich bei seinen Konzerten nicht hinter Notenblättern, sondern versucht dem Publikum jiddische Lieder recht nahe zu bringen. Was ihn zusammenhält, ist Neugier oder Begeisterung der Sänger und Sängerinnen für die jiddische Kultur, der Wunsch, sich in dieser Kultur wohl zu fühlen. Manche sind Juden andere sind  Gojim; manche sind Berufsmusiker, manche leidenschaftliche Amateure, der Chor nimmt alle Musikliebhaber mit offenen Armen auf. Der Chor wird von der Akkordeonistin Fabrice Kieffer begleitet, die Texte zwischen den Liedern, die den Inhalt erklären, werden auf Deutsch gesprochen.  Diesen Sommer beschäftigt ihn  das bewegte Leben von Itzik Manger, einem wichtigen Dichter der jiddischen Sprache. Der aus Rumänien stammende und vor den Nazis nac England geflohene Dichter beschreibt in seinen Gedichten und Balladen die Welt des osteuropäischen, nicht assimilierten Judentums, die mit der Vernichtung im Holocaust von 1938/1941 bis 1945 untergegangen ist.

 

 

 

Sonntag 3. Juli, 11 h : Radtour Jüdischer Kulturweg

Die südliche Ortenau war eines der jüdischen Zentren Badens. Von diesem einst reichen jüdischen Leben zeugen heute noch ehemalige Synagogen und jüdische Friedhöfe und andere bauliche Spuren in den sogenannten „Judendörfern" zwischen Offenburg und Ettenheim. Besucht werden u. a. die Offenburger Mikwe und die neu konzipierte Gedenkstätte "Salmen", der Diersburger „Judenfriedhof' und die ehemalige Synagoge Kippenheim. Die Tour ist Teil des geplanten „Jüdischen Kulturwegs am Oberrhein", der bedeutende Stätten des Judentums entlang des Rheins verbinden soll. Sie wird von Jürgen Stude geleitet und findet in Kooperation mit dem Museum im RitterhausOffenburg und dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub Ortenau (ADFC) statt.

 

Treffpunkt ist der Parkplatz vor dem Museum im Ritterhaus in Offenburg um 11 Uhr. Unterwegs wird eine Vesperpause in Friesenheim eingelegt. Die Tour endet gegen 16.30 Uhr in Kippenheim, Rückfahrt in Eigenregie oder mit dem Zug über den Bahnhof Orschweier bzw. Lahr. Die Teilnahme ist kostenlos.

 

Männer werden gebeten eine Kopfbedeckung mitzubringen. Anmeldung und Information Museum im Ritterhaus, Tel.: 0781-822577.

 

 

Sonntag 28. August, 17 h : Ava Olam- Konzert mit "Klezmers Techter"

KLEZMERS TECHTER: " eine interessante Traumformation mit Suchtcharakter für alle, die sie schon mal gehört und gesehen haben".

 

Von freien Improvisationen bis hin zu traditionellen Interpretationen jiddischer Musik- faszinierend und facettenreich spannen KLEZMERS TECHTER einen Bogen von unbändiger Lebensfreude bis hin zu wehmutiger Sehnsucht. Die drei Musikerinnen traten auf Einladung von Giora Feidman mehrfach in Israel auf, mit überwältigendem Erfolg. Ihre Musik wirkt wie eine ständige Aufforderung, das Leben trotz aller Hindernisse zu lieben und zu feiern. In ihrem neuen Programm „Ava OLAM“ vereinen sich künstlerische Power, temperamentvolle Spiel - und Experimentierfreude mit musikalischer Tiefe und Innigkeit. Gabriela Kaufmann - Klarinette und Baßklarinette Almut Schwab – Akkordeon, Flöten und Hackbrett Nina Hacker - Kontrabaß.

Ava Olam: ava: von aval, altsächsisch raft, persisch – Klang olam: hebräisch – ewig, Geheimnis

 

 

Sonntag 4. September, 14 h : Führung durch das jüdische Diersburg

In Diersburg (Hohberg) gab es seit 1738, etwa zwei Jahrhunderte lang, eine blühende jüdische Gemeinde, bis zu ihrer gewaltsamen Auflösung am 22. Oktober 1940 und der Verschleppung ihrer Mitglieder in das Internierungslager Gurs in Südwestfrankreich. Bernd Rottenecker, Vorstandsmitglied des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim führt durch die sogenannte „Judenstadt“ im hinteren Bereich des ehemals reichsritterschaftlichen Dorfes. Neben weiteren Stationen wie z. B. der jüdischen Schule beinhaltet der Rundgang auf den jüdischen Spuren in Diersburg auch einen Besuch des an der Bachstraße gelegenen jüdischen Friedhof.

 

Für die Führung über den jüdischen Friedhof benötigen Männer eine Kopfbedeckung. Treffpunkt beim Diersburger Rathaus. Die Teilnahme ist frei, Spenden werden erbeten.

 

 

 

Mittwoch, 12. Oktober, 16 h : Führung über den jüdischen Friedhof Schmieheim

Bei einem Gang über den jüdischen Friedhof bei Schmieheim mit seinen über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen.

 

Die ehrwürdige Grabstätte wurde 1682 angelegt, als sich die ersten jüdischen Familien nach den Vertreibungen im Mittelalter wieder in der Region niederlassen durften. Die zu verschiedenen Zeiten angelegten Teile des Friedhofes mit ihrer unterschiedlichen Grabgestaltung spiegeln eindrücklich die jeweilige gesellschaftliche Stellung der Juden wider. Bei der Führung wird auf die auf vielfältigen Symbole und Inschriften auf den Grabsteinen eingegangen. Bei einigen Verstorbenen ist auch ihr Schicksal zur Zeit des Nationalsozialismus bekannt und wird ebenfalls Teil der Führung mit Bärbel Heer sein. Die Treffpunkt ist am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird  empfohlen.

Die Veranstaltung erfolgt in enger Kooperation mit der Volkshochshule Kippenheim.

Dauer der Führung: ca. 1,5 Stunden

 

 

 

Donnerstag 26. Januar, 19.00 h : Davidstern und Lederball

Vortrag von Uwe Schellinger:

Juden im Fußball und jüdischer Fußball in Südbaden.

Snläßlich des Tags der Opfer des Nationalsozialismus

Bis 1933 waren Menschen jüdischer Herkunft ein selbstverständlicher Teil der deutschen Fußballkultur. Juden waren gefeierte Spieler, geachtete Funktionäre und großzügige Förderer und Fans in ihren Vereinen. Ohne sie wäre der schnelle Aufstieg Deutschlands zu einer Fußball-Großmacht unmöglich gewesen.

Mit der Machtübernahme der NSDAP wurde diese Vielfalt jäh zerstört. Die jüdischen Spieler wurden bereits seit dem Frühjahr 1933 aus ihren Klubs ausgeschlossen und vielfach bis in die jüngste Vergangenheit hinein vergessen.