JAHRESPROGRAMM 2018

Weitere Informationen: Jürgen Stude: juergen.stude@t-online.de / 07807-957612

SO 23. September: Jüdischer Kulturweg - Radtour zwischen Offenburg und Kippenheim

Die südliche Ortenau war bis 1940 eines der jüdischen Zentren Badens, zehn israelitische Gemeinden bildeten das Bezirksrabbinat Schmieheim-Offenburg. Von diesem einst reichen jüdischen Leben zeugen heute noch ehemalige Synagogen und jüdische Friedhöfe aber auch hebräische und jiddische Wörter im Alemannischen und städtebauliche Spuren in den sogenannten „Judendörfern“ zwischen Offenburg und Ettenheim, wie z. B. die „Judenstadt“ in Diersburg oder die Kippenheimer „Judengasse“. Unterwegs werden u. a. die Offenburger Mikwe, den Diersburger „Judenfriedhof“ und die ehemalige Synagoge Kippenheim angefahren, wo sachkundige Führer auf die Teilnehmenden der Tour warten. Die Tour ist Teil des Projektes „Jüdischen Kulturwegs am Oberrhein“, das bedeutende Stätten jüdischen Lebens miteinander verbinden will.

Die Radtour startet in Offenburg 10.00 h. Treffpunkt ist der Parkplatz vor dem Museum im Ritterhaus, Offenburg. Die Tour führt weitgehend auf ebenem Gelände; sie endet gegen 16.30 Uhr in Kippenheim. Männer werden gebeten eine Kopfbedeckung mitzubringen.

Rückfahrt in Eigenregie oder mit dem Zug über den Bahnhof Orschweier. Teilnahme kostenlos. Anmeldung und Information Tel.: 0781/ 82 25 77 oder bei Jürgen Stude 07807-95 76 12; juergen.stude@t-online.de

 

 

So. 30. Sept., 19.00 Uhr : Fluchtpunkt Shanghai

Vortrag von Bernd Rottenecker über die Bedeutung der chinesischen Stadt Shanghai für das Überleben tausender deutscher und österreichischer Juden. Susanne Kerkovius liest Texte aus dem Buch von Ruth Nathanson „Zwischenstation, Überleben in Shanghai 1939 - 1947“.

 

Mit dem Novemberpogrom 1938 erreichte der Hass und die Gewalt gegen jüdische Menschen im gesamten deutschen Reich ein ungeahntes Ausmaß. Tausende Juden aus Deutschland und Österreich versuchten verzweifelt zu fliehen, aber die USA und die europäischen Länder verschlossen ihre Tore. Für ca. 20.000 Jüdinnen und Juden wurde das ferne Shanghai, das als einziges Land der Welt keine Visa oder Bürgschaften verlangte, zum rettenden Fluchtpunkt. Zu diesen Menschen gehörte Ruth Nathanson, die mit ihrer Familie in das 8000 km entfernte Shanghai floh; mit dabei war auch der acht Monate alte Michael Nathanson (Gründungsmitglied des Fördervereins). Ruth Nathanson schrieb ihre Erlebnisse in Shanghai nieder, diese erschienen 2016 als Buch.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten.

 

 

DI 2. Oktober, 20.00 Uhr: Alter und neuer Antisemitismus

Vortrag und Diskussion mit Dr. Michael Blume

Beauftragter des Landes Baden-Württemberg gegen Antisemitismus im Offenburger Salmen

 

In der Nacht vom 9. auf den 10. November jährt sich die Zerstörung der deutschen Synagogen während des Novemberpogroms zum 80. Mal. Aus diesem Anlass spricht der Antisemitismus-beauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg, Dr. Michael Blume zum Thema „Alter und neuer Antisemitismus“. Dabei steht nicht nur die Aufarbeitung der Vergangenheit im Fokus, sondern auch der offene oder versteckte Antisemitismus im heutigen Deutschland und Europa. Gibt es angesichts der schwierigen Gesamtlage Wege in eine Zukunft gegenseitiger Wertschätzung? Der Vortrag findet in der Kultur- und Erinnerungsstätte Salmen statt. Dort befand sich seit 1875 die Offenburger Synagoge, die ebenfalls während des Novemberpogroms 1938 zerstört wurde.

Das Bild zeigt einen 1888 in Lahr verteilten Aufruf zum Boykott jüdischer Händler.

 

Dies ist eine gemeinsame Veranstaltung der im Gedenkstättenverbund südlicher Oberrhein zusammengeschlossenen Gedenksstätten.

 

 

 

DO 11. Oktober, 17.00 Uhr : Führung Friedhof Schmieheim

Bei einem Gang über diese ehrwürdige Grabstätte mit ihren über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen. Sie wurde 1682 angelegt, als sich die ersten jüdischen Familien nach den Vertreibungen im Mittelalter wieder in der Region niederlassen durften. Der älteste bekannte Grabstein stammt aus dem Jahr 1701. Er trägt, wie die anderen Grabmale aus dem 18. Jahrhundert, nur hebräische Schriftzeichen. Ab 1850 wird immer mehr die lateinische Schrift für die Grabinschriften verwendet.

Treffpunkt am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird  empfohlen.

Der Eintritt ist frei - Spenden werden erbeten.

 

 

DO 8. Nov. 20.00 Uhr : Vortrag 80 Jahre Novemberpogrom

Vortrag mit Dr. Heinrich Schwendemann, Akademischer Oberrat am Historischen Seminar an der Uni-Freiburg

 

Vor 80 Jahren, am 9. und 10. November 1938, wurden in der Ortenau und in ganz Deutschland hunderte Synagogen und zahlreiche Privat- und Geschäftshäuser demoliert oder niedergebrannt, etwa 400 Jüdinnen und Juden ermordet oder in den Freitod getrieben und in der Folge rund 30.000 weitere in Konzentrationslagern inhaftiert und misshandelt.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten.

 

 

 

SO 11 Nov. 17 Uhr : Konzert Offenburger Kammer-Ensemble

Konzert anläßlich des 80. Jahrestag der Deporation

 

Eintritt frei - Spenden werden erbeten.

 

 

 

 

 

Nach dem Novemberpogrom ließen die Nationalsozialisten die Zehngebotetafel vom Giebel der Synagoge stürzen.

 

 

 

                                P R O G R A M M    2019

MI 17. April 2019, voraussichtlich 19.00 Uhr :

Vortrag anlässlich des 75. Todestages des katholischen Märtyrers Pfarrer Max Joseph Metzger (1887-1944)

 

Dr. Christian Heß, Regens des Erzbischöflichen Priesterseminars Collegium Borromaeum, berichtet über das Leben des Geistlichen Max Josef Weber und über dessen christlich geprägtes Friedensengagement. Die Nationalsozialisten ließen den überzeugte Pazifisten am 17. April 1944 hinrichten.

 

Dr. Heß hat in seinem Buch "Ohne Christus, ohne tiefstes Christentum ist Krieg" das kirchlich-gesellschaftliche Engagement von Max Josef Metzgers beschrieben und sich intensiv mit dessen Leben auseinandergesetzt. Er wird in seinem Vortrag auch auf Metzgers Verhältnis zu den Juden eingehen. Die Mutter des Märtyrers, Anna, geb. Gänshirt, stammte aus Kippenheim.

Eintritt frei - Spenden werden erbeten

 

 

SO 5. Mai, 2019, 10.-16. Uhr : Exkursion Straßburg

Die Exkursion wird geleitet von dem Kehler Literaturwissenschaftler Dr. Stefan Woltersdorff aus Kehl. Er wird uns das heutige und das frühere jüdische Leben von Straßburg vorstellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das mittelaterliche Ritualbad in Straßburg