Veranstaltungsprogramm 2021

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Donnerstag 27. Januar 2022 : Deutscher Bundestag       

Rede von Inge Auerbacher anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus 2022

Mittwoch 2. Februar 2022, 19:00 Uhr : Sterne in der Finsternis

Musikalisch-szenische Inszenierung von Inge Auerbachers Buch "Ich bin ein Stern" anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus 2022

 

 Inge Auerbacher wurde 1934 in Kippenheim geboren – sie war damit das letzte jüdische Kind, das im Ort geboren wurde. Als junges Mädchen erlebte sie die Verfolgung der Jüd*innen durch den Nationalsozialismus. Sie wurde 1942 mit ihren Eltern deportiert und war von ihrem siebten bis zum zehnten Lebensjahr im KZ Theresienstadt, das sie überlebte – mit ihren Eltern und ihrer Puppe Marlene. 1946 wanderte sie mit ihren Eltern in die Vereinigten Staaten aus, wo sie noch heute lebt Von ihrer Kindheit und ihren Erfahrungen im Konzentrationslager berichtet sie in „Ich bin ein Stern“.. Inge Auerbacher kehrt immer wieder in ihre frühere Heimat zurück und hält an Schulen Vorträge über ihr Schicksal und ihr Überleben im KZ. Sie wurde für ihr Engagement als "Botschafterin der Versöhnung, der Toleranz und des Friedens" mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg. Am 27. Januar 2022 hält sie eine Rede im Deutschen Bundestag anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

 

Die Schüler*innen der Theater-AG des MPG haben Inge Auerbachers Erinnerungen Ich bin ein Stern gelesen, sich mit ihren Erlebnissen und Gedichten auseinandergesetzt und sich davon zu Bildern inspirieren lassen, aus denen Aïsha Hellberg ein Stück entwickelte. Die Kompositions-AG übertrug, verstärkte und variierte unter Leitung von Christian Wenzel diese Bilder in Musik und so entstand die musikalisch-szenische Inszenierung Sterne in der Finsternis. Während heute Menschen den Gelben Stern instrumentalisieren, um sich als Opfer zu stilisieren, zeugt Inge Auerbachers Gedicht Ich bin ein Stern auch von dem trotzigen Stolz, mit dem sie den Ereignissen begegnet: „Ich will ihn für mich und trotz allen tragen.“ Aber der Stern hat noch eine weitere Bedeutung: „Sterne am Himmel, ein Stern auf der Brust“ – sie widmet ihr Buch nicht nur ihren Eltern, sondern „den mehr als anderthalb Millionen jüdischer Kinder des Holocaust, die nun Sterne in der Nacht sind“. Beide Bedeutungen versucht diese Inszenierung greifbar zu machen.

 

 

Dienstag 21. Juni 2022:  Vortrag : „Die wirtschaftliche Ausbeutung der Juden im Nationalsozialismus in Karlsruhe und Kippenheim.

Dr. Marco Wottge unterrichtet an der Tulla-Realschule in Karlsruhe. Mit einem Promotionsstipendium der Stadt Karlsruhe erforschte er von 2015 bis 2019 die 'Arisierung' in Karlsruhe. 

 

Der Begriff "Arisierung" bezeichnet die Verdrängung von Jüdinnen und Juden aus dem Wirtschafts- und Erwerbsleben sowie die Enteignung, den Diebstahl und den Raub ihres geschäftlichen und privaten Eigentums in ihrer ganzen Vielschichtigkeit.

Marco Wottge beschreibt in seinem Vortrag ebenso Ablauf und Umfang dieser Maßnahmen wie die Akteure und die Profiteure. Es begann mit der Verdrängung von Jüdinnen und Juden aus dem öffentlichen Dienst und aus den freien Berufen im Gesundheits- und im Rechtspflegesektor und setzte sich mit ihrer Verdrängung aus der Wirtschaft fort. Die "Arisierung" gipfelte in der Übernahme oder zwangsweisen Schließung "jüdischer Unternehmen" sowie der Aneignung der Grundstücke und Häuser von Jüdinnen und Juden. Auswanderungswillige beziehungsweise aus Deutschland Vertriebene wurden zuvor durch Abgaben und Steuern ausgeplündert, und schließlich wurde das Hab und Gut derjenigen, die deportiert wurden, zugunsten des Deutschen Reiches eingezogen.