Kurt-Salomon-Maier-Geschichstpreis 2021/2022

Auch im Schuljahr 1021/2020 durfte am Max-Planck-Gymnasium Lahr der Kurt-Salomon-Maier Geschichtspreis verliehen werden. Den mit 50 Euro dotierten und vom Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim gestifteten Abiturpreis erhielt Paul Schwuger. 

Der Vorstand des Fördervereins gratuliert ganz herzlich."

 

 

Gedenkstättenpädagogik und Extremismusprävention: Schüler mit digitalen Lernspielen erreichen 

Studierende und Lehrende für Geschichte der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe haben in Kooperation mit dem Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim neue digitale Konzepte für die Erinnerungs- und Gedenkstättenpädagogik an Schulen erarbeitet. Vorgestellt wurden die Lernumgebungen Anfang Juli 2022:

 

 „Erinnerungskultur bleibt eine wichtige Aufgabe“, sagte Rektor Prof. Dr. Klaus Peter Rippe, als er kürzlich zu einer öffentlichen Präsentationsveranstaltung begrüßte, bei der Lehramtsstudierende an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (PHKA) selbstentwickelte digitale Konzepte für die Erinnerungs- und Gedenkstättenpädagogik vorstellten. „Viele museums- und erinnerungspädagogische Einrichtungen leiden unter der Tatsache, dass immer weniger Schulklassen ihre Angebote nutzen“, so Dr. Ulf Kerber, Geschichtsdidaktiker am Institut für Transdisziplinäre Sozialwissenschaft. Auf seine Initiative und in Kooperation mit dem Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim haben sich Lehramtsstudierende der PHKA deshalb der Problematik aus Schülerperspektive genähert und mediendidaktisch anspruchsvolle digitale Lernräume entwickelt. Ziel ist, „Schülerinnen und Schülern Grundlagen[1]wissen über das Judentum zu vermitteln, eine Vertiefung und aktive Auseinandersetzung mit dem Gelernten zu ermöglichen sowie das Nachdenken zu fördern über kollektive Verantwortung und den Umgang mit heutigen Formen von Rassismus und Diskriminierung“, erläutert Prof. Dr. Sabine Liebig, Professorin für Neuere und Neueste Geschichte. Insgesamt am Projekt beteiligt waren 31 Studierende.

 

Entwickelt haben sie im Rahmen Ideen für digitale Lernpfade und WebQuests, Konzepte, die mit der Vor-Ort-Erkundungs-App Actionbound umgesetzt werden, ein Microlearning-Projekt für Instagram und ein Escape Game-Konzept namens „Heimkehr“, mit dem Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 auf virtuelle Spurensuche in Kippenheim gehen können. Sie sammeln Beweise für begangene Verbrechen und eignen sich so Wissen rund um Verfolgung, Ausgrenzung, Diskriminierung sowie Flucht und Remigration an. Entwickelt haben diese Spielprototypen vier Lehramtsstudierende, die Idee dazu hatte Nikolai Dübon. „Lernspiele sollten sich anfühlen wie echte Spiele“, erläutert der angehende Geschichts- und Englischlehrer seine Motivation. Wichtig dabei seien die richtigen Mittel. „In unserem Fall die richtige Software“, bilanziert er.

 

Und Dr. Kerber ergänzt: „Es kommt auch darauf an, themensensible, aber dennoch angemessene Unterhaltung zu bieten und Lernenden das Gefühl zu vermitteln, etwas Außergewöhnliches zu tun.“ Unabdingbar seien darüber hinaus eine hohe Relevanz zum Bildungsplan sowie messbare Lernergebnisse. „Wichtig war uns, dass die Studierenden sowohl die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler als auch der Schulen und der Erinnerungsstätten im Blick haben“, so Prof. Liebig. Eine Studierendengruppe hat deshalb beispielsweise auf „mobiles Geschichtslernen mit Instagram“ gesetzt und das Konzept für eine „tragbare Lernumgebung für die Hosentasche“ erarbeitet. „Rund 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler in der Mittelstufe haben ein Smartphone“, sagt Lehramtsstudentin Svenja Schlieter. Warum also nicht mit kleinen Aufgaben für das Handy in wenigen Sekunden Bewusstsein schaffen für die Verfolgungsgeschichte der Juden und dabei gleichzeitig lernen, sinnvoll und verantwortlich mit den Sozialen Medien umzugehen?

 

Eines der insgesamt acht Konzepte möchte der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim umsetzen. Erster Vorsitzender Jürgen Stude und weitere Mitglieder des Fördervereins nutzten die Gelegenheit, bei der Präsentationsveranstaltung mit den Studierenden ins Gespräch zu kommen, sich die Konzepte erläutern zu lassen und sie selbst auszuprobieren.

 

Andreas Schulz, Fachreferent der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und Vortragender bei der Präsentationsveranstaltung, bescheinigte den PHKA-Studierenden „sehr überzeugende Ergebnisse“, Digitalisierung im Bereich der Vermittlungsarbeit ermögliche den Gedenkstätten, Menschen zeit- und ortsunabhängig zusammenzubringen. Für Rektor Rippe ist es wichtig, dass die Hochschule „eng mit der Zivilgesellschaft zusammenarbeitet“. „Außerdem fördert das Kooperationsprojekt die Kompetenzen unserer Lehramtsstudierenden sowohl bei der Erstellung als auch beim Umgang mit digitalen Lernumgebungen“, betonte der Hochschulleiter. Und das passend zu den neuen Hochschulprofilfeldern „Bildung in der demokratischen Gesellschaft” und „Bildungsprozesse in der digitalen Welt“.

 

Teilprojekt von InDiKo Das innovative Social Learning-Projekt zu Erinnerungs- und Gedenkstättenpädagogik ist Teil des Hochschulentwicklungsprojets InDiKo, mit dem die PHKA’die digitalen Kompetenzen ihrer Lehramtsstudierenden stärkt. InDiKo steht für „Nachhaltige Integration von fachdidaktischen digitalen Lehr-Lern-Konzepten an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe“ und wird durch die Qualitätsoffensive Lehrerbildung gefördert. Im Rahmen von InDiKo entwickelt die PHKA ihr verpflichtendes Studienmodul „Medienbildung und Digitale Bildung“ weiter, konzipiert, erprobt und evaluiert in sieben fachspezifischen Teilprojekten digitale Lehr-Lern-Konzepte und baut ihren Innovation Space aus.

 

Wissenschaft Prof. Dr. Sabine Liebig, Professorin für Neuere und Neueste Geschichte, und Dr. Ulf Kerber, Geschichtsdidaktik, Institut für Transdiziplinäre Sozialwissenschaft der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe; E-Mail: sabine.liebig@ph-karlsruhe.de, ulf.kerber@ph-karlsruhe.de

 

 

Acht neue Stolpersteine wurden am 23. Juni 2022 durch den Künstler Gunter Demnig in Kippenheim verlegt. Sie erinnern an Claire Weill und ihren Sohn Hans in der Oberen Hauptstraße 20 und an die Familie Maier in der Querstraße 11.

 

 

 

 

 

Foto von links nach rechts: Bürgermeister Matthias Gutbrod, Jürgen Stude, Anita und Raymond Fromm, Marion Schmitt und Geoffrey Weill. Kniend: der Künstler Gunter Demnig.

 

Die Steinesetzung wurde von der Gemeinde Kippenheim zusammen mit dem Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim organisiert. Bürgermeister Matthias Gutbrod begrüßte neben dem Künstler Gunter Demnig und den anderen Teilnehmenden der Steinsetzung Verwandte von Claire und Hans Weill, diezu diesem Anlass nach Kippenheim gekommen waren: Raymond Fromm und seine Frau Anita aus Großbritannien,  Geoffrey Weil aus den USA und Marion Schmitt aus Düsseldorf.

In der Hauptstraße 20 wurden für Claire Weill (1887-1938), und ihren Sohn Hans () Steine verlegt. Geoffrey Weill hielt eine bewegende Rede (siehe unten). Sein Großvater Simon war der Bruder von Fritz Weill, dem Ehemann von Claire Weill. Er habe von diesem viel Gutes  über Kippenheim in den Jahren vor der nationalsozialistischen Herrschaft gehört, sagte Geoffrey Weill. „Die jüdischen Familien waren im Ort verwurzelt.“

Jürgen Stude, Vorsitzender des Fördervereins, erklärte, dass Claire und Hans Weill nicht als Todesopfer anzusehen seien, dennoch sei ihr Leben durch die Verfolgung bestimmt, wie auch das der Familien Maier und Auerbacher. Das Ehepaar Siegfried und Charlotte Maier lebte mit den Söhnen Heinz und Kurt Salomon in der Querstraße 11. Charlotte Maiers Eltern Sofie und Hermann Auerbacher waren 1938 ins Obergeschoss gezogen, nachdem sie ihren Vieh- und Fellhandel auf Druck des Nazi-Regimes aufgeben mussten. Hermann Auerbacher und Siegfried Maier wurden in der Reichspogromnacht 1938 für merhrere Wochen im KZ-Dachau festgehalten und kamen schwer gezeichnet zurück. Am 22. Oktober 1940 wurde die Familie in das in Südwestfrankreich liegende Internierunsglager Gurs gebracht. „Hier hatte die Familie trotz aller Widrigkeiten Glück“, erzählt Jürgen Stude. Mit Hilfe eines französischen Verwandten schafften sie es, alle nötigen Dokumente zu organisieren und nach Amerika auszuwandern. Der 73-jährige Hermann Auerbacher war jedoch den Strapazen im Lager zum Opfer erlegen.

Kurt Salomon Maier besuchte seine badische Heimat bis 2019 alljährlich um den Jahrestag seiner Deporation nach Gurs, um als Zeitzeuge Vorträge zu halten. Bei der Verlegung konnte er leider nicht dabei sein, ließ aber allen Gästen der Steinesetzung herzliche Grüße ausrichten.

26 Stolpersteine liegen nun in Kippenheim. In 1400 Orten war Gunter Demnig bereits unterwegs. Über 92 000 Kunstwerke hat er platziert – nicht nur in Deutschland. „Früher wurde nur Todesopfern auf dieser Weise gedacht“, erklärt Jürgen Stude. Mittlerweile habe der Künstler die Regeln gelockert und auch Menschen, deren Leben „massiv geprägt“ wurden, könnten so gedacht werden. Raymond Fromm hält das für richtig: „Für uns Nachfahren ist das sehr bedeutend.“

 

Rede von Geoffrey Weill bei der Stolpersteinsetzung am 23. Juni 2022

Guten Morgen,

 

mein Großvater, Simon Weill, wurde im Jahre 1881, in diesem Haus geboren. Simon war eines von fünf Kindern, die in Kippenheim geboren und aufgewachsen sind. Als sie geboren wurden, ein halbes Jahrhundert nach dem Emanzipation, glaubten diese Geschwister, sie seien “jüdische Deutsche.” Sie waren stolz auf Deutschland; stolz darauf, Deutsche zu sein. 1933 stellten sie fest, dass sie nichts weiter als Juden waren, die das Pech hatten, in Deutschland zu leben.

Was ist mit ihnen allen passiert? Der Bruder meines Opas, Emil, starb 1935 in Breslau. Seine Schwester Bertha überlebte zwei Jahre im Konzentrationslager Ghetto Theresienstadt. Sein jüngste Bruder Hugo wurde am 6. September 1942 in Auschwitz vergast. Mein Großvater, der große Ambitionen hatte, zog mit 18 nach London, und in London wurden mein Vater, mein Bruder und ich geboren. Meine Schwester Marion wurde 1946 in Hannover geboren. Mein Vetter Raymond, dessen Urgroßmutter eine Kippenheimerin war, wurde ebenfalls in London geboren. Seine Großmutter Bianca wurde an einem eiskalten Tag im Januar 1943 in Auschwitz vergast.

 

Und es war der Bruder meines Großvaters, Fritz, der die Gerberei in Kippenheim betrieb. Er starb im Frühjahr 1938. Er war verheiratet mit der in Schmieheim geborenen und aufgewachsenen Claire. Dieses Haus, das jetzt in Wohnungen aufgeteilt ist, war ihr Zuhause. 1917 begrüßten sie einen Sohn, Hans, auf der Welt. 

Als ich aufwuchs, hörte ich von meinem Vater, der nach dem Ersten Weltkrieg oft hierher kam, um seine Familie zu besuchen, wie toll Kippenheim war. Er erinnerte sich an ein Dorf, wo alle freundlich waren, ein Dorf, wo alle miteinander auskamen. Er erzählte mir amüsante Geschichten aus der Gerberei Fritz in Kippenheim. Wie mit Urin das Leder in riesigen Bottichen behandelt wird. Er erzählte mir, dass es in Kippenheim üblich war, dass die Bauern nach einem langen Arbeitstag auf den Feldern in die Gerberei kamen, um in die Färbebottiche zu pinkeln.

Ich bin mir nicht sicher, wie viele von Ihnen wissen, wie schrecklich es für die Kippenheimer Juden nach dem Januar 1933 sehr schnell wurde. Ich bin mir nicht sicher, wie viele von Ihnen wissen, wie abscheulich und grausam die Kristallnacht in Kippenheim am 9. November 1938 war. Wie jüdische Männer waren in den winterkalten Stadtbrunnen geworfen, und dann nach Lahr zum Zug nach Dachau marschiert. Wie das Innere der Synagoge zertrümmert und verbrannt und die heiligen Thorarollen um die Dorfbäume gewickelt wurden. 1956, als ich sechs Jahre alt war, besuchte ich diese Synagoge. Und ich erinnere mich, wie ich durch die zerbrochenen Fenster gespäht habe, auf die Katastrophe, die immer noch darin war.

Sie wissen sicher nicht, dass es mein Großvater in London war, der in den 1930er Jahren für viele Kippenheimer Juden Ausreisepapiere besorgen konnte. Am 22. Oktober 1940 wurden die noch in Kippenheim verbliebenen Juden nach Frankreich und schließlich in die Gaskammern in Polen deportiert.

Ich war hier in Kippenheim zum 50. Jahrestag der Kristallnacht 1988. Es gab eine sehr bewegende Zeremonie draußen vor der Synagoge die immer noch nicht wiederhergestellt war. Und danach kam ein Seminar mit Teenagern. Einer von ihnen sagte zu mir: „Ja, aber die Juden waren reich“, als wollte er erklären, was passiert war. Ich sah ihn an und wusste nicht, was ich sagen sollte. Es war, als entschuldige er den Holocaust und die Ermordung von sechs Millionen Menschen, weil einige der Juden in Kippenheim Erfolg hatten. 

Der bedeutende amerikanische Komponist Stephen Sondheim schrieb: „Seien Sie vorsichtig. Kinder werden zuhören.“ Und dieser Teenager kann diesen Unsinn nur zu Hause gehört haben. Vielleicht lebt er noch in Kippenheim - er wäre jetzt in den Fünfzigern. Vielleicht erzählt er seinen Kindern, dass sechs Millionen Menschen getötet wurden, weil einige der Juden in Kippenheim zu reich waren.

1937 sorgte mein Opa dafür, dass der 18-jährige Hans nach London floh. Nachdem Fritz gestorben war, wurde Claire in diesem Haus zurückgelassen, verwitwet, einsam, von Trauer geplagt, ignoriert oder von ihren Nachbarn missbraucht ... und es war in September 1938, als sie vor dem Spiegel ihres Schminktisches saß, benutzte ein Messer, um sich umzubringen.

Wir sind heute hier, um Hans und seiner Mutter Claire zu gedenken. Claire liegt neben ihrem Mann Fritz in Schmieheim. Hans wanderte vor dem Krieg weiter nach Australien aus, wo er im Jahr 2000 starb. Hans’ Kinder, Enkel und Urenkel leben glücklich in Melbourne.

Ich hoffe, dass die Kippenheimer, wenn sie diese Stolpersteine sehen, an die Schrecken denken, die hier passiert sind. Und dass sie sich selbst und ihren Kindern versprechen, dass solche Schrecken niemals entschuldigt, und niemals wiederholt werden können.

Vielen Dank, dass Sie dazu beigetragen haben, meine Großtante Claire und meinen Vetter Hans zu ehren.

 

 

Die Heimatstadt mit neuen Augen sehen – ein schulübergreifendes digitales Geschichtsprojekt

Schülerinnen und Schüler aus Freiburg und Lahr gehen in einem gemeinsamen Projekt in ihren Heimatstädten auf die Suche nach Spuren der Erinnerung an den National-sozialismus. Dafür haben sie virtuelle Stadtrundgänge mit 360°-Fotos erstellt und sind gemeinsam in einen Austausch darüber gekommen, was Erinnern an den National-sozialismus im digitalen Raum bedeutet.

 

Dass auch vor unseren Haustüren in unserer eigenen Stadt wirklich einmal Geschichte geschrieben wurde, vergessen wir oft sehr leicht, in unserer sich schnell fortbewegenden digitalen Welt. So natürlich auch dunklere Episoden unserer Vergangenheit, an die es schwerer fallen kann sich zu erinnern. Unter dem Motto „Drei Kurse – drei Orte – ein Erinnerungsprojekt“ haben sich Schülerinnen und Schüler aus Freiburg und Lahr in den letzten Wochen intensiv damit beschäftigt, wie Erinnern an den Nationalsozialismus vor der eigenen Haustüre geschieht. Hierfür wurden sie von dem renommierten Freiburger Historiker und Experten für die Geschichte des Nationalsozialismus Heinrich Schwendemann, Elisa Voerkel vom Stadtarchiv in Lahr und Jürgen Stude vom Fördervereine Ehemalige Synagoge Kippenheim durch die Stadt geführt.

 

Von diesem „analogen“ Rundgang ausgehend wurden anschließend ein virtueller 360°- Stadtrundgang erstellt, in dem die Geschichte(n) aufbereitet und die Erinnerungskultur an den Nationalsozialismus ganz neu gestaltet wurden. Neun dieser geschichtsträchtigen Orte befinden sich in der Freiburger Innenstadt, wie zum Beispiel das ehemalige Kaufhaus Knopf, der vergessene Mantel auf der Wiwilli-Brücke oder das ehemalige Lederwarengeschäft von Max Mayer. Im Verlaufe des Projekts haben sich die Schülerinnen in Kleingruppen näher mit dem historischen Kontext ihrer ausgewählten Orte beschäftigt und die Fotografien mit verschiedenen Medien kontextualisiert. So kann die jeweilige Geschichte einem breiten Publikum neu verpackt näher gebracht werden.

 

„Es ist wirklich so, als würde man die eigene Heimatstadt mit neuen Augen sehen“, sagt die Schülerin Sonja W. des Mädchengymnasium in Freiburg nach der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema und dem Austausch mit den beiden Lahrer Geschichtskursen. „Und durch den Austausch mit den anderen Schülerinnen und Schüler aus Lahr haben wir einen interessanten Eindruck erhalten, wie ähnlich und doch auch ganz verschieden das in anderen Städten funktioniert.“

 

In einer abschließenden Videokonferenzen stellten sich die drei Kurse nämlich die vielseitigen Projekte gegenseitig vor und diskutierten über den Sinn des Erinnerns and den Nationalsozialismus und die Frage, welche neuen Formen des Erinnerns an den Nationalsozialismus in einer Kultur der Digitalität unter regionalgeschichtlichen Fragestellungen möglich, zulässig und sinnvoll sind.

 

Nun hoffen die Schülerinnen und Schüler, dass dieses Projekt Früchte trägt und viele Menschen damit erreicht werden, sodass das Erinnern an den Nationalsozialismus vor Ort in Zukunft auch im digitalen Raum eine angemessene Form findet. Die Ergebnisse des Unterrichtsprojektes werden zeitnah auf der Seite des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim veröffentlicht: http://www.ehemalige-synagoge-kippenheim.de/

 

 

Inge Auerbacher auf Besuch in Deutschland und in Kippenheim

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Inge wird Ehrenbürgerin von Kippenheim (Badische Zeitung)
Inge wird Ehrenbürgerin von Kippenheim.p[...]
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Spiegel-online über Inge Auerbacher

Als Kind überstand Inge Auerbacher das Lager Theresienstadt – ein Zoom-Anruf in New York voller Überraschungen. ArBitte hier klicken:

Spiegel Online über den Besuch von Inge Auerbacher im Deutschen Bundestag

 

Musikalisch-Szenische Aufführung: "Sterne in der Finsternis" am 2.Februar 2022 in der Ehemaligen Synagoge Kippenheim

Musikalisch-szenische Inszenierung von Inge Auerbachers Buch "Ich bin ein Stern" anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus 2022

 

Inge Auerbacher wurde 1934 in Kippenheim geboren – sie war damit das letzte jüdische Kind, das im Ort geboren wurde. Als junges Mädchen erlebte sie die Verfolgung der Jüd*innen durch den Nationalsozialismus. Sie wurde 1942 mit ihren Eltern deportiert und war von ihrem siebten bis zum zehnten Lebensjahr im KZ Theresienstadt, das sie überlebte – mit ihren Eltern und ihrer Puppe Marlene. 1946 wanderte sie mit ihren Eltern in die Vereinigten Staaten aus, wo sie noch heute lebt Von ihrer Kindheit und ihren Erfahrungen im Konzentrationslager berichtet sie in ihren Kindheitserinnerungen „Ich bin ein Stern“..

Neues Materialheft für Lehrerinnen und Lehrer zur Vor- und Nachbereitung einer Tagesexkursion zur ehem. Synagoge Kippenheim

Die neue Publikation zur Vor- und Nachbereitung einer Tagesexkursion zur ehemaligen Synagoge bietet differenzierende Materialien an, die passgenau zu den Standards des Bildungsplanes von 2016 in Baden-Württemberg für alle weiterführenden Schularten der Sekundarstufe I erarbeitet wurden. 

Die Materialien ermöglichen dabei auch ein Lernen am außerschulischen Lernort in einer Kultur der Digitalität und sind modular einsetzbar. 

Die Anregungen zum Einsatz im kompetenzorientierten Geschichtsunterricht wurden von Jürgen Stude (Vorsitzender des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim) Florian Hellberg (Lehrer am Max-Planck-Gymnasium Lahr), Heinke Roth (Lehrerin am Kreisgymnasium Neuenburg), Tobias Roth (Lehrer am St. Ursula Gymnasium Freiburg) und Silja Minet-Lasch (ab 2022 Lehramtsanwärterin im Vorbereitungsdienst) gemeinsam erarbeitet.

 

Die Publikation kann hier heruntergeladen werden:

Jüdisches Leben in Südbaden.pdf
PDF-Dokument [14.1 MB]

Kurt-Salomon-Maier-Geschichtspreis

Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim e. V. stiftet den „Kurt-Salomon-Maier-Geschichts-preis“ für hervorragende Leistungen im Fach Geschichte am Max-Planck-Gymnasium Lahr

 

Der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim stiftet den Abiturgeschichtspreis (Kurt-Salomon-Maier-Geschichtspreis) „für hervorragende Leistungen im Fach Geschichte in der Kursstufe am Max-Planck-Gymnasium Lahr“. Dies entspricht der Satzung des Fördervereins, die als eine seiner wichtigsten Aufgaben die „Auseinandersetzung mit der Geschichte des badischen Landjudentums“ nennt.

 

Benannt wird der Preis nach dem 1930 in Kippenheim geborenen Dr. Kurt Salomon Maier. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande (2019) setzt sich in ganz besonderer Weise für die Erinnerungsarbeit an Schulen im Südlichen Oberrhein ein und hat sich große Verdienste um das Gedenken und die Erinnerungskultur an das „Ortenauer Landjudentum“ erworben. Maier, erfreut über diese Idee, gab dem Förderverein sein Einverständnis: „Sagt dem Max-Planck-Gymnasium, ich bin sehr geehrt und gerührt. Ich hoffe, dort auch bald wieder persönlich sprechen zu können, um als Zeitzeuge über die Geschichte des Ortenauer Landjudentums zu berichten“ Der Förderverein möchte mit der Auslobung dieses Abiturpreises auch die langjährige Kooperation mit dem Max-Plank-Gymnasium stärken. 

 

Der Preis umfasst eine Urkunde sowie eine dreijährige kostenfreie Mitgliedschaft im Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim und ist mit einem jährlichen Preisgeld in Höhe von 50,00€ dotiert. Der Preis wird dieses Jahr zum ersten Mal vergeben.